Atomenergie
Gabriel: Atommülllager kostet vier Mrd. Euro

Das Atommülllager Asse könnte dem Steuerzahler teuer zu stehen kommen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel veranschlagt für die Sanierung bis zu vier Mrd. Euro und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Atomwirtschaft.

HB WOLFENBÜTTEL. Für die Sanierung des maroden Atommülllagers Asse muss der Steuerzahler nach Angaben von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel bis zu vier Mrd. Euro aufbringen. „Die Asse kostet jetzt den Steuerzahler bei der Sanierung zwei, drei vielleicht auch vier Mrd. Euro“, sagte der SPD-Politiker am Freitagabend in Wolfenbüttel. Bei der Einlagerung von 126 000 Fässern Atommüll in dem Lager bei Wolfenbüttel sei es dagegen um eine für die Atomwirtschaft möglichst billige Entsorgung gegangen.

Die genauen Kosten der Sanierung des ehemaligen Salzbergwerks seien noch unbekannt, sagte Gabriel. Man könne sie aber durch einen Vergleich mit dem ebenfalls sanierungsbedürftigen Endlager Morsleben abschätzen. Dort koste die Sanierung voraussichtlich 2,2 Mrd. Euro. Morsleben sei aber „im Vergleich zur Asse ein wohlgeordnetes wenn auch problematische Endlager“, betonte der Bundesumweltminister.

Bei der Einlagerung der Abfälle in der Asse habe die Atomwirtschaft „bis 1975 keine müde Mark für das Verbringen von Abfällen in die Asse bezahlt“. Bis zum Ende der Einlagerung im Jahr 1978 seien es dann insgesamt 900 000 Mark (460 000 Euro) gewesen.

Der Bundesumweltminister betonte, dass man zunächst Sicherheitskriterien für die Sanierung festlegen und erst danach den richtigen Weg auswählen müsse. Als Möglichkeiten der Sanierung des einsturzgefährdeten Bergwerks würden eine Ausräumen des Atommüll, eine Umlagerung unter Tage und eine Verfüllung des Bergwerks geprüft.

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