Atomkraft
Castor-Zwischenlagerung soll bis Ostern geklärt sein

Noch gibt es keine Entscheidung, aber der Zeitplan steht: Bis Ostern wollen sich Bund und Länder auf Zwischenlager für Castor-Transporte einigen. Niedersachsen macht seine „Vorbelastung“ geltend.
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BerlinBund und Länder wollen bis Mitte April die Lagerorte für Castor-Behälter mit hochradioaktivem Atommüll aus der Wiederaufarbeitung im Ausland festlegen. Umwelt-Staatssekretär Jochen Flasbarth sagte am Freitag in Berlin nach einem Bund/Länder-Treffen, er sei guten Mutes, dass es bald eine Lösung gebe: Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) „hat die Absicht, die Gespräche um Ostern herum zu einem Abschluss zu führen - gemeinsam mit den Ministerpräsidenten der Länder.“ Bislang war das niedersächsische Gorleben das Zwischenlager für die Atommüll-Behälter.

Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) begrüßte den Zeitplan: „Die Ansage bis Ostern ist ein echtes Ausrufezeichen.“ Angesichts der 26 Atommüll-Behälter, die Deutschland 2015 aus den Wiederaufarbeitungsanlagen in Sellafield und La Hague zurücknehmen muss, sei nun Eile bei der Einigung geboten. In der Vergangenheit sei viel Zeit verstrichen, in der wenig Fortschritt erzielt worden sei.

Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg sind die einzigen Länder, die sich bisher zur Aufnahme der Castoren bereit erklärt haben. Gemäß der Absprachen sollen aber drei Bundesländer die Behälter für eine neue Endlagersuche aufnehmen. Eine weitere Option könnte Biblis in Hessen sein. In allen drei Bundesländer sind die Grünen an der Regierung beteiligt.

Staatssekretär Flasbarth betonte, dass die Entscheidung für ein drittes Bundesland offen sei: „Ich habe jedenfalls für den Bund erklärt, dass wir keinen Standort ausschließen.“ Grundsätzlich kämen auch Standorte beispielsweise in Bayern oder Hessen infrage. Kriterien für das Zwischenlager seien die Kosten, die Transportentfernung von den Wiederaufarbeitungsanlagen sowie die technische Ausstattung vor Ort. Laut Flasbarth möchte vor allem Niedersachsen, dass auch das unterschiedliche Maß an „gesellschaftlicher Vorbelastung“ bei der Suche berücksichtigt wird.

Bislang war der umstrittene Standort Gorleben das Zwischenlager für die Atommüll-Behälter. Dies wurde geändert, um keine weiteren Fakten für ein Endlager im nahe gelegenen Salzstock zu schaffen - Gorleben bleibt bei der neuen Suche aber im Topf. Greenpeace kritisierte die Zwischenlagersuche als „Spiegelfechterei“: „Dies führt lediglich dazu, dass weiter Vertrauen in der Endlagerfrage zerstört wird und am Ende der Atommüll doch wieder nach Gorleben gebracht wird.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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