Atomkraft
Deutschland soll Ukraine bei AKW-Sicherung helfen

Seit dem Ukraine-Konflikt ist auch die Sorge um die Atomkraftwerke in dem Land gestiegen. Nun verhandelt die Bundesregierung über bilaterale Hilfen zur Sicherung der Anlagen. Die Grünen drängen zur Eile.
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Düsseldorf Die Bundesregierung will die Ukraine bei der Sicherung ihrer teils maroden Atomkraftwerke finanziell unterstützen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag hervor, die dem Handelsblatt (Online-Ausgabe) vorliegt. „Die Bundesregierung beabsichtigt, auf bilateraler Basis Projekte zur Reduzierung von chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Risiken in der Ukraine zu fördern“, heißt es darin. Die Verhandlungen mit der Ukraine seien jedoch noch nicht abgeschlossen.

Auch Maßnahmen der nuklearen Sicherung seien darin inbegriffen. Sobald die entsprechenden Verhandlungen abgeschlossen seien, sollen die Projekte „zeitnah anlaufen“. „Entsprechende Haushaltsmittel“ seien bereits vorgemerkt.

Sylvia Kotting-Uhl, atompolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, ist das nicht genug: „Seit Anfang der 90-er Jahre ist die deutsche Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit mit einem Büro in Kiew vertreten. Da muss es mehr Möglichkeiten geben für eine schnelle und gemeinsame Kooperation in Krisenzeiten wie diesen. Die Ukrainekrise zeigt einmal mehr: Probleme entstehen bei Atomkraftwerken schnell, eine Suche nach der Lösung aber dauert – zu oft zu lange.“

Vor allem in den letzten Wochen ist die Sorge um die Sicherheit der ukrainischen Atomkraftwerke gestiegen. Anfang Dezember weckte ein Störfall in einem ukrainischen Reaktor Erinnerungen an die Tschernobyl-Katastrophe von 1986.

Die Anlagen sind laut Experten überaltert, der Umgang mit radioaktivem Material nach deutschen Maßstäben haarsträubend – so lagern etwa Tonnen mit abgebrannten Brennstäbe in der Ukraine im Freien. In Deutschland sind sie dagegen in gut gesicherten Hallen untergebracht.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Atomkraft: Deutschland soll Ukraine bei AKW-Sicherung helfen"

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  • Deutschland soll Ukraine bei AKW-Sicherung helfen,

    wenn die Grüne Partei dies möchte darf sie dies aus ihren Parteispenden und den Gehältern der Grünen Politiker sowie Mitgliedsbeiträge gerne tun, keine deutschen Steuergelder für die Ukraine und deren maroden Kernkraftwerke.
    Basta/Alternativlos.

  • Deutschland soll Ukraine bei AKW-Sicherung helfen

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    Die Ukraine...ein Land mit Nichts...

    muss raus aus dem Nichts...

    aber dieses wird selbst mit der jetziger Regierung in der Ukraine nicht funktionieren.

    Diese Lage der Ukraine zur momentaner Stunde nutzt Russland den Menschen in der Ukraine auf die Seite von Russland zu bringen...während die Ukrainisch regierende sich um jegliche Kredite bemühen dass der Ukraine zugunsten nur zukommen könnten.

    ABER...soll man in eine Politische Landschaft investieren dass ohne Sicherheit für jeglichen EU-Level da steht ???

    Während Ukrainische Milliardäre seine Schäfchen ins trocken bringen...soll die EU die Steuergelder seiner EU-Bevölkerung in einem Fremden Land investieren damit man dann irgendwann vor eine Ukrainische Regierung steht dass der EU Antwortet :

    " Für die Schulden von vorherige Ukrainische Politiker haften wir nicht mehr. "

  • „Entsprechende Haushaltsmittel“ seien bereits vorgemerkt.
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    Bitte nicht im Ungewissen lassen !!
    Es interessieren hier konkrete Zahlen, da die Entsorgungskosten für Tschernobyl sicherlich auch eine Rolle spielen werden.

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