Atommüll-Debatte
Gabriel will Asse noch 2010 dichtmachen

Seit Jahren sickert in das marode Atommüll-Versuchslager Asse bei Braunschweig Wasser ein. Bundesumweltminister Siegmar Gabriel will nun noch in diesem Jahr über ein Stillegungskonzept für das einsturzgefährdete Bergwerk entscheiden.
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HB HANNOVER/BERLIN. Noch in diesem Jahr soll die Schließung des maroden Atommülllagers Asse bei Wolfenbüttel auf den Weg gebracht werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sicherte am Donnerstag eine umfassende Sanierung zu. Das Ziel sei, dass die Asse „ordentlich saniert und ein Weg gefunden wird, bei dem sich keiner Sorgen machen muss“, sagte Merkel. Es werde eine „schonungslose Analyse“ geben.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) als Asse-Betreiber will bis Mitte Dezember über das Stilllegungskonzept entscheiden. Das BfS geht davon aus, dass bis 2020 Zeit für eine Lösung ist. Allerdings könnten unvorhersehbare Entwicklungen wie zum Beispiel weitere Wassereinbrüche die vorhandene Zeit für die Schließung verkürzen.

Zur Debatte stehen drei Optionen: Das Bergen der 126 000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Abfall, die bis 1978 eingelagert worden waren, das Umlagern innerhalb der Asse oder das Verfüllen der Kammern mit Spezialbeton. Anfang Oktober sollen die Machbarkeits- und Auswirkungsstudien vorliegen. Die Asse ist stark einsturzgefährdet. Seit Jahren dringt Wasser in das ehemalige Salzbergwerk ein.

Gabriel und das BfS wiesen darauf hin, zunächst 18 Kriterien beurteilen zu wollen, bevor über die Asse-Schließung entschieden wird. Unter anderem soll die kurz- und langfristige Sicherheit - auch bei einem unvorhergesehenen Wassereintritt -, die Machbarkeit sowie der Zeitbedarf beraten werden. Auch die Anfälligkeit für Störfälle, die technische Umsetzbarkeit und Umweltauswirkungen sollen berücksichtigt werden. „Eine Güterabwägung kann erst passieren, wenn alle drei Optionen nach den 18 Kriterien geprüft wurden“, sagte Gabriel am Rande eines Besuchs des Bergwerks.

Zudem warf Gabriel CDU und Atomwirtschaft vor, „immer die billigste Lösung gewollt und damit eine sichere Endlagerung vor die Wand gefahren“ zu haben. Seiner Meinung nach wird die Stilllegung der Asse bis zu vier Milliarden Euro kosten. Gabriel will, dass sich die Atomwirtschaft an den Stillegungskosten beteiligt. Die Asse war offiziell als Forschungsbergwerk deklariert. Heute gehen viele Experten davon aus, dass die Anlage vor allem eine günstige Entsorgungsmöglichkeit für die Atomwirtschaft war.

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