Atommüll
Schacht Konrad darf Endlager werden

Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat Klagen gegen die atomrechtliche Genehmigung von Schacht Konrad bei Salzgitter als Endlager in letzter Instanz abgewiesen. Damit könnten noch in diesem Jahr die Arbeiten zum Umbau des früheren Erzbergwerks zur letzten Ruhestätte für Nuklearmüll beginnen.

HB LÜNEBURG. Das niedersächsische Oberverwaltungsgericht in Lüneburg wies am Mittwoch die Klagen einer Landwirtsfamilie und der Kommunen Kommunen Salzgitter, Vechelde und Lengede gegen den Planfeststellungsbeschluss des niedersächsischen Umweltministeriums vom 22. Mai 2002 zurück. Danach sollen in dem ehemaligen Eisenerzbergwerk in Salzgitter bis zu 300 000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus dem Abriss von Atomkraftwerken, Industrie, Forschung und Medizin dauerhaft entsorgt werden.

Die Kläger hatten unter unter anderem kritisiert, dass die Langzeitsicherheit des Lagers nicht ausreichend überprüft wurde. Dem widersprach das Gericht, der Planfeststellungsbeschluss sei rechtens gewesen. Der 7. Senat des Gerichts ließ keine Revision zu.

Damit könnten noch in diesem Jahr die Arbeiten für den endgültigen Ausbau des Ex-Bergwerks zum Endlager in einer Tiefe von 800 bis 1300 Meter begonnen werden. Die Entscheidung darüber liegt bei der Bundesregierung. Betreiber der Anlage ist das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Im Atomkompromiss hatten sich die rot-grüne Bundesregierung und die Energieversorger im Jahr 2000 darauf verständigt, Schacht Konrad erst nach einem Gerichtsurteil in Betrieb zu nehmen. Bislang sind rund 900 Millionen Euro in den Schacht gesteckt worden. Die weiteren Kosten beziffert das BfS auf rund 720 Millionen Euro.

Schacht Konrad wurde einst vom Stahlkonzern Salzgitter betrieben; 1976 wurde der Abbau von Eisenerz aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Danach wurde das Bergwerk sechs Jahre lang untersucht und dabei festgestellt, dass es unter anderem wegen seiner ungewöhnlichen Trockenheit besonders geeignet ist, alle Arten fester und flüssiger radioaktiver Abfälle aufzunehmen, bei denen die Wärmeentwicklung vernachlässigt werden kann. Für die Umrüstung des Bergwerks veranschlagt die Betreibergesellschaft DBE vier Jahre. Der erforderliche Maschinenpark, mit dem die Abfallbehälter untertage in die Einlagerungskammern transportiert werden sollen, steht nach DBE-Angaben schon bereit.

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