Atommülltransport
Castor rollt mit Verspätung nach Gorleben

Die Proteste entlang der Strecke des Atommülltransports nach Gorleben haben die Weiterfahrt des Castor-Zugs um mehrere Stunden verzögert. Nachdem zunächst drei Atomkraftgegner die Gleise blockiert hatten, kam es bei einer weiteren Blockadeaktion zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten.

HB GORLEBEN. Wegen einer Blockadeaktion an der deutsch-französischen Strecke ist der Atommülltransport am Sonntag mit stundenlanger Verspätung in Richtung Gorleben gerollt. In der Südpfalz hatten sich drei Atomkraftgegner an die Gleise gekettet, erst nach zwölf Stunden wurden sie befreit, und der Castor-Zug konnte sich wieder in Bewegung setzen. Doch die Proteste gingen entlang der Strecke weiter; zum Teil gab es Zusammenstöße zwischen Polizei und Demonstranten.

So gelang es einigen hundert Demonstranten am Sonntagvormittag, zwischen Dahlenburg und Dannenberg (Niedersachsen) eine durch ein Waldstück führende Bahnstrecke mit brennenden Strohballen und Baumstämmen zu blockieren. Polizisten seien mit Silvesterknallern und -raketen beschossen worden, daraufhin seien Schlagstöcke eingesetzt worden, erklärte die Polizei. Nach Angaben der Demonstranten gab es dabei mehrere Verletzte.

Auch an anderen Stellen protestierten AKW-Gegner gegen den Castor-Transport, der am späten Nachmittag Lüneburg erreichen sollte. So fand zwischen Langendorf und Quickborn eine Pferdeprozession statt, die friedlich verlief. Auch gab es mehrere Mahnwachen. Zwischen Lüneburg und Dannenberg wurde ein Gleisstück vermutlich mit einem Wagenheber angehoben. Gleisarbeiter versuchten, den Schaden so schnell wie möglich zu reparieren.

Der Zug mit elf Atommüllbehältern aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague hatte die deutsche Grenze statt wie geplant am Samstagnachmittag erst in der Nacht zum Sonntag passiert: Drei Personen hatten sich bei Wörth am Rhein in einem Betonklotz im Gleisbett festgekettet. Gegen 00.10 Uhr wurden sie befreit, wie die Polizei mitteilte. Bei den Blockierern handelte sich um um zwei 23 und 24 Jahre alte Männer aus Freiburg und Karlsruhe sowie eine 26-jährige Frau aus Nürnberg. Bei der Befreiung sei schweres technisches Gerät eingesetzt worden, erklärte die Polizei.

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