Atomtransport

Der Castor ist in Deutschland

Jetzt hat der Zug mit den elf Atommüllbehältern Deutschland erreicht und die Grenze im baden-württembergischen Kehl passiert. Im Wendland laufen die Demonstrationen; die Spannung steigt. Politiker mahnen zur Besonnenheit.
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Die Polizei trägt Atomkraft-Gegner von den Gleisen, über die der Castor-Transport rollen soll. Quelle: Reuters

Die Polizei trägt Atomkraft-Gegner von den Gleisen, über die der Castor-Transport rollen soll.

(Foto: Reuters)

HB KEHL/GORLEBEN. Der Castor-Transport fuhr um 13.54 Uhr über die Grenze, wie die Polizei in Lüneburg bestätigte. Der Zug war am Freitag in Frankreich gestartet und hat das niedersächsische Zwischenlager Gorleben zum Ziel. Im nahen Dannenberg demonstrieren zur Stunde mehr als 10 000 Teilnehmer gegen den Transport. Sie bekommen weiteren Zulauf, erwartet werden 40 000 - mehr als je zuvor bei einem Castor- Transport. Bisher blieb alles friedlich. In Berg in Rheinland-Pfalz besetzten zuvor Demonstranten eine Bahnstrecke. Die Polizei begann nach Angaben von Augenzeugen mit der Räumung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Gegner der Castor-Transporte zur Besonnenheit aufgerufen. „Ich sage ausdrücklich, Demonstrieren ist eine der schönsten Freiheiten, die eine freiheitliche Gesellschaft mit sich bringt“, sagte die CDU-Vorsitzende am Samstag auf dem Landesparteitag ihrer Partei in Bonn. Die Proteste müssten aber friedlich bleiben. Es gebe auch Grenzen. „Was so harmlos daherkommt, Entschottern, das ist keine friedliche Demonstration, sondern eine Straftat“, fügte sie hinzu. SPD und Grünen warf Merkel vor, sich über zehn Jahre durch den Verzicht auf die Erkundung eines Endlagers im niedersächsischen Gorleben vor der Verantwortung gedrückt zu haben.

Am Sonntag soll der Transport im Wendland eintreffen. Die elf Container enthalten insgesamt 154 Tonnen hochradioaktiven Müll aus deutschen Atomkraftwerken.

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11 Kommentare zu "Atomtransport: Der Castor ist in Deutschland"

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  • Heuchler!!! Da steigen sie in ihre Ökoautos und fahren mit Ökosprit zu ihrer Ökokundgebung. Lassen mal ein bisschen den Revoluzzer raushängen, gegen das Establishment und die ganzen Geldsäcke und überhaupt. Ob das irgendeinen Sinn ergibt, ist völlig zweitrangig (Stichwort globale Erwärmung durch CO2...). Nachher studieren sie dann so unangepasste Sachen wie Medizin, Jura oder bWL, natürlich nur, um den Menschen zu helfen und die Welt zu retten. Diese unaufrichtigen Lifestyle-Demonstranten kotzen mich so an, aussen öko, innen eco und von Kernphysik keine Ahnung.

  • Hallo.

    Diese idee von wegen "den ganzen Atommüll in eine Ariane stecken und ab ins Weltall" beschreibt die intelligenz des Schreiberlings am besten.

    Der Schreiberling beschreibt sozusagen sich selbst, so wie er/sie ist.


    Dass es in Raumfahrt sehr oft viele unglückliche Zwischenfälle mit fatalem Ausgang gibt - das liegt ausserhalb des Horizontes dieser Menschen!

    Und genau so sehen dann auch die geistigen Ergüsse dieser Menschen aus: man wünscht sich dann wirklich, dass ne Ariane auf das Haus dieser Menschen stürzen würde. Am besten vollbeladen mit Menschen ähnlicher Sorte! Der eine hohler als der andere.

  • Man könnte auch den ganzen atomaren Müll in eine Ariane V verstauen und mit unbekanntem Ziel ins All befördern. Dann hätte das Wendland endlich Ruhe. Nee?

  • Dass die Politik jetzt grünes Licht für einen Schußwaffeneinsatz gegeben hat, halte ich nicht für möglich. Dies würde in der jetzigen aufgeheizten Atmosphäre den Startschuß für einen bürgerkrieg bedeuten. Dies sollten wir, auch von Seiten der Politik und Polizei, mit allen Mittel verhindern.

  • Egal jetzt, ob alle, die da demonstrieren, so genau wissen, um was es geht.
    Was ich nämlich bezweifle, wenn ich da 16jährige Schüler sehe, die nur dumm nachplappern, aber wenn es auch nur einen Toten gibt, werden wir wohl das erleben, was seinerzeit nach dem Tod von benno Ohnesorg in berlin geschah.
    Es wird eine enorme Radikalisierung eintreten und sich unter Umständen so etwas wie eine zweite RAF bilden

  • im Sinne des Landfriedens und in betracht der riesigen Masse an Demonstranten hat die Politik scharfe Waffen an die Polizei ausgeben lassen. Sollte der Knüppel nicht mehr das überzeugende Argument sein, wird die Schußwaffe das Argument liefern und die Masse der Demonstraten wortlos machen. Von Stuttgart lernen, heißt siegen lernen. !!

  • Der bodensatz der Gesellschaft hat sich in dem Wäldern und auf den bäumen in diesem Landstrich versammelt,ihr interesse ist klar ,Krawallmacher sind es die da eine "Friedliche"Demonstration angekündigt haben und sich nun mit den Polizisten Prügel .Der Staat sollte die ihm gegebenen Mittel in vollem Umfang ausschöpfen .Die bestrafung der Täter muss er nach Größtmöglichen Strafmaß auslegen !!!

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    § 113 Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte

    4 Gesetze verweisen aus 6 Artikeln auf § 113

    (1) Wer einem Amtsträger oder Soldaten der bundeswehr, der zur Vollstreckung von Gesetzen, Rechtsverordnungen, Urteilen, Gerichtsbeschlüssen oder Verfügungen berufen ist, bei der Vornahme einer solchen Diensthandlung mit Gewalt oder durch Drohung mit Gewalt Widerstand leistet oder ihn dabei tätlich angreift, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

    (2) in besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn

    1. der Täter oder ein anderer beteiligter eine Waffe bei sich führt, um diese bei der Tat zu verwenden, oder

    2. der Täter durch eine Gewalttätigkeit den Angegriffenen in die Gefahr des Todes oder einer schweren Gesundheitsschädigung bringt.

    (3) Die Tat ist nicht nach dieser Vorschrift strafbar, wenn die Diensthandlung nicht rechtmäßig ist. Dies gilt auch dann, wenn der Täter irrig annimmt, die Diensthandlung sei rechtmäßig.

    (4) Nimmt der Täter bei begehung der Tat irrig an, die Diensthandlung sei nicht rechtmäßig, und konnte er den irrtum vermeiden, so kann das Gericht die Strafe nach seinem Ermessen mildern (§ 49 Abs. 2) oder bei geringer Schuld von einer bestrafung nach dieser Vorschrift absehen. Konnte der Täter den irrtum nicht vermeiden und war ihm nach den ihm bekannten Umständen auch nicht zuzumuten, sich mit Rechtsbehelfen gegen die vermeintlich rechtswidrige Diensthandlung zu wehren, so ist die Tat nicht nach dieser Vorschrift strafbar; war ihm dies zuzumuten, so kann das Gericht die Strafe nach seinem Ermessen mildern (§ 49 Abs. 2) oder von einer bestrafung nach dieser Vorschrift absehen.

  • Guten morgen.

    Widerstand gegen die "Staatsgewalt" kommt vielleicht daher, dass unsere Regierung gegen die Menschen regiert.

    Es ist ja schon längst nicht mehr so, dass irgendwelche verwirrte Grüne und arbeitslose Linke gegen Castor-Transporte demonstrieren. Der Widerstand gegen Castor-Transporte kommt inzwischen
    aus der MiTTE unserer Gesellschaft.


    insofern [1]tomtomtoy zeigt Deine lächerliche Aufzählung von Grundgesetzen und Paragraphen, dass Du keine Ahnung hast:

    Denn die Grundgesetze sind maßgebend und diese schützen primär die Menschen vor dem Staat. Durch die weiteren Normen (Paragraphen), sowie die möglichen Auslegungsformen (historisch, grammatisch, teleologisch, systematisch, usw.), ist dann die Verhältnismäßigkeit indirekt geregelt.

    Auf Deutsch:

    in den Grundgesetzen steht, dass die Würde und Unversehrtheit des Menschen absolute Priorität haben.

    in den Paragraphen steht, welcher Eingriff - ohne/mit Verschulden des Rechtsträgers -, zum Wohle der Allgemeinheit angemssen ist.


    Und nochmals auf Deutsch:

    Mit Deinen Paragraphen kannst Du gerne Deinen A**** abwischen!

    Was Du geschrieben hast ist ewta: "morgen wird es kalt/heiß", ohne die Jahreszeit und die Temperaturen der vorhergehenden Tage erwähnt zu haben, und zugleich zu versuchen auf die morgige Temperatur zu schließen!


    Und zu Stuttgart 21:

    Es ist offensichtlich unverhältnismäßig einem friedlichen Demonstranten das Augenlicht zu nehmen oder einer Schülerin die demonstriert, ins Gesicht zu schlagen.

    Das hat ein rechtliches Nachspiel haben!

    ich persönlich werde diese beiden Vorfälle genauestens verfolgen und ggf. zur Finanzierung der Rechtstreitigkeit beitragen, falls höhere instanzen erforderlich sein werden!

  • ist das die demokratie, die sich die bei der ausländerdebatte so oft beschworenen väter des grundgesetzes vorgestellt haben? natürlich nicht.
    die nachgiebigkeit gegenüber der gewalt zeugt nicht von einem starken sondern einem verunsicherten staat, der die grenze zwischen demonstrationsrecht/ freie meinungsäußerung und ungesetzlichkeit nicht mehr aufzeigen kann. man muß sich einmal vorstellen 1700 polizisten werden mobilisiert, weil im vorfeld nicht durchgegriffen wird. reiches deutschland - armes deutschland.

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