Atomwaffen Nordkorea nutzt angeblich Botschaft in Berlin für Waffenbeschaffung

Neue Erkenntnisse um die Botschaft Nordkoreas in Berlin: Sie soll High-Tech-Bestandteile für das Raketen- und Atomwaffenprogramm beschafft haben.
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Nordkorea hat seine Botschaft in Berlin für die Beschaffung von High-Tech-Bestandteilen genutzt. Quelle: dpa
Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Korea in Berlin

Nordkorea hat seine Botschaft in Berlin für die Beschaffung von High-Tech-Bestandteilen genutzt.

(Foto: dpa)

BerlinNordkorea bedient sich nach Erkenntnissen des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) auch seiner Botschaft in Berlin, um High-Tech-Bestandteile für sein Raketen- und Atomwaffenprogramm zu beschaffen. „Wir mussten feststellen, dass von dort aus Beschaffungsaktivitäten gelaufen sind, aus unserer Sicht mit Blick auf das Raketenprogramm, teilweise auch auf das Nuklearprogramm“, sagte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen dem NDR. Dabei gehe es oft um sogenannte Dual-Use-Güter, die sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke genutzt werden können.

„Wenn wir Derartiges feststellen, unterbinden wir es“, erläuterte Maaßen nach Angaben des Senders. „Wir können aber nicht gewährleisten, dass dies von uns in allen Fällen erkannt und verhindert werden kann.“ Man müsse davon ausgehen, dass Teile für Nordkoreas Trägerprogramm „über andere Märkte erworben wurden, oder Schattenkäufer sie eben in Deutschland erworben haben“.

Dem NDR zufolge erhielt die Behörde zuletzt 2016 und 2017 Hinweise auf Produktbeschaffungen, die mutmaßlich für Nordkoreas Raketenprogramm bestimmt waren. Zudem soll ein nordkoreanischer Diplomat bis 2014 versucht haben, einen Multigasmonitor zu beschaffen, der Immissionen bei der Herstellung chemischer Kampfstoffe messen kann.

Kims Raketen
Glückwünsche
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Der nordkoreanische Führer Kim Jong Un (Mi.) und seine Militärs beklatschen den jüngsten – angeblich – erfolgreichen Test einer Hwasong-12-Mittelstreckenrakete. Das Geschoss flog über Japan hinweg in den Pazifik. Es flog nach Angaben des südkoreanischen Militärs 3700 Kilometer weit - die bisher größte Flugdistanz beim Test einer militärischen Rakete des Landes.

Stiller Beobachter
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Den Raketentests seines Militärs wohnt Machthaber Kim Jong Un häufig persönlich bei. Ob seine Fachkompetenz an dieser Stelle erforderlich ist, darf bezweifelt werden.

Nur die Ruhe
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Der Raketenabschuss dient dem 33-jährigen Diktator auch zur Selbstinszenierung. Feldherrengleich genießt er dabei eine Zigarette.

Auf kurze Distanz
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Nordkorea verfügt über Kurz-, Mittel- und Langstreckenraketen. Längst nicht alle Modelle gelten als einsatzfähig. Die Raketen vom Typ Hwasong 5 und 6 (Bild, vorne) jedoch schon: Mit einer Reichweite von 300-500 Kilometern gefährden sie primär den südkoreanischen Nachbarn. Größte Schwäche der Hwasong-Reihe ist ihre hohe Streuung: Sie sind nur auf einen Kilometer genau.

Mäßig bedrohlich
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Mit Raketen vom Typ Musudan können die Nordkoreaner bereits den USA gefährlich werden. Die Mittelstreckenraketen haben einen Radius von 4000 Kilometern. Damit liegt US-Außenterritorium – die Pazifikinsel Guam – in Reichweite. Bisher ist ein erfolgreicher Abschuss der Musudan jedoch Zukunftsmusik: Allein 2016 scheiterten fünf Startversuche.

Zwei Gesichter
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Die Pukkuksong-1 ist ein besonderes Modell: Zunächst als Unterwasserrakete konzipiert, findet ihre Folgeversion auch auf dem Land Einsatz. Die Reichweite der Rakete wird auf 500 bis 900 Kilometer geschätzt.

Unter der Oberfläche
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Gefährlich in der direkten militärischen Konfrontation: Die Pukkuksong-1 hat das Überraschungsmoment auf ihrer Seite. Der Start erfolgt an Bord eines U-Boots und ist somit nur schwer zu registrieren. Trotz ihrer relativ geringen Größe soll sie – nach nordkoreanischen Angaben – dazu in der Lage sein, Atomsprengköpfe zu transportieren.

Die Vereinten Nationen haben mehrfach Sanktionen gegen Nordkorea wegen dessen Atom- und Raketentests verhängt. Ende Dezember 2017 hatte der UN-Sicherheitsrat die Maßnahmen gegen Pjöngjang weiter verschärft, nachdem die bisherigen nicht die erhoffte Wirkung gezeigt hatten.

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  • dpa
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