Attacke auf US-Ratingagenturen
CSU warnt vor „Wirtschaftskrieg gegen den Euro“

Den drei US-geprägten Ratingagenturen bläst der Wind in Europa heftig ins Gesicht. Nicht nur die neue EU-Wertpapieraufsicht macht Front gegen die Risikobewerter. Auch die deutsche Politik macht Druck.
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DüsseldorfDer Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Bundestagsfinanzausschuss und Vorsitzende der CSU-Mittelstands-Union (MU), Hans Michelbach, hat sich für eine härtere Gangart gegenüber den drei mächtigen US-Ratingagenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch ausgesprochen. Das bisherige Verhalten der drei Agenturen gegenüber der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA sei nicht akzeptabel. Sie müssten, wie andere Mitbewerber auch, ausführliche Unterlagen einreichen und sich der europäischen Zulassung stellen. „Dass in den USA die Auflagen für Ratingagenturen noch nicht genau geregelt sind, kann nicht als Entschuldigung herhalten“, sagte Michelbach Handelsblatt Online. „Den großen Drei muss klar sein: Wenn sie die Bedingungen für eine Zulassung in der EU nicht rechtzeitig erfüllen, sind sie aus dem Spiel.“ Die Debatte zeige auch, wie wichtig zusätzliche „potente europäische Konkurrenz“ in diesem Bereich ist.

Die neue EU-Wertpapieraufsicht ESMA legte sich mit den Risikobewertern Standard & Poor's, Moody's und Fitch direkt an und drohte ihnen mit der Versagung ihrer Zulassung, sollten sie die europäischen Bewertungsregeln nicht einhalten.

Michelbach griff die Agenturen scharf an und nannte deren Bewertungsverfahren intransparent und willkürlich. „Wenn ein Land wegen angeblich schwindender Zahlungsfähigkeit heruntergestuft wird und anschließend erneut abgestraft wird, weil es Reformen zur Verbesserung seiner Finanzlage unternimmt, ist das derart widersprüchlich, dass die Seriosität solcher Bewertungen in Zweifel steht“, sagte Michelbach. „Für unseriöse Rating-Agenturen aber ist kein Platz in Europa.“ Es müsse daher klar sein, nach welchen Kriterien die Ratingagenturen zu ihren Bewertungen kommen. „Wenn die Agenturen nicht Transparenz sorgen, kann der Eindruck entstehen, dass sie einen Wirtschaftskrieg gegen den Euro führen.“

Als „unhaltbaren Zustand“ bezeichnete es Michelbach in diesem Zusammenhang, dass sich die Europäische Zentralbank (EZB) ihr Handeln von den US-Ratingagenturen bestimmen lässt. „Damit lässt sie sich zum Spielball nicht durchschaubarer Interessen machen“, sagte er. „Dies widerspricht fundamental dem Grundsatz der Unabhängigkeit der europäischen Notenbank.“ Die EZB verfüge über ausreichend eigenen Sachverstand und sei daher auf zweifelhafte Bewertungsergebnisse von Privatfirmen nicht angewiesen.

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Rating-Konkurrenz aus Frankfurt

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  • Dostum, Bravo sana....bunlara etmedigin kalmadi :-))

  • Wo waren die Hausaufgaben der tollen Ratingagenturen bei den Sub-Prime-Geschichten, die uns vor 3 Jahren um die Ohren flogen und immer noch wie strahlendes Blei in den Bilanzen einiger Banken und Versicherungen liegen?

    Waren es nicht gerade diese Agenturen die diese Papiere mit Höchstnoten bewerteten?

    Das unsere Politiker nicht die hellsten sind, braucht man nicht betonen, aber bei Herrschaften die sich jährlich ein- bis zwei-stellige Mio-Gehälter reinpfeifen sollte man dann eine deutlich bessere Bewertung der wahren Risiken erwarten und keine gefälligen Gutachten, damit man das Zeug gut verkloppt bekommt.

  • Endlich eine sozialistisch interpretierende EU-Ratingagentur in Europa ! Auf dem einen Auge blind und an dem anderen die Vergrößerungs-Lupe. Brauchen wir dringend um das durch die linken Medien und Politiker verzerrte Wirtschaftsbild vollends rosarot zu sehen. Die Berechnungsformel wird um einen "Chancenlos-Faktor" erweitert, der dann das Rating nach oben "optimiert".

    Dann gibt es garantiert keine nackten Kaiser mehr und die fortwährende Solidarität kann alternativlos in den (weiblich-Quoten-besetzten) Führungsetagen umgesetzt werden.

    Her mit den 5-Jahrplänen und der Mangelwirtschaft. >> Grusel.

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