Attacke des Generalsekretärs
Piraten-Höhenflug bringt FDP in Rage

Eine Partei ohne klares Profil macht den Liberalen in Umfragen den Garaus. Das schmeckt FDP-Generalsekretär Döring überhaupt nicht. In einem Interview drischt er auf die Piraten ein. Die geben sich demonstrativ souverän.
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BerlinDie Piratenpartei setzt ihren Siegeszug munter fort und bringt damit die FDP in Rage. Der Generalsekretär der Liberalen, Patrick Döring, versucht nun die Polit-Freibeuter bloßzustellen, indem er ihr Politikmodell auseinandernimmt. „Nur eine Mehrheit über einen Schwarm zu organisieren, ist noch lange keine Demokratie“, sagte Döring der „Berliner Zeitung“. Zudem gebe es im Umfeld der Piraten den Versuch, durch Mobilisierung und Lautstärke andere Meinungen an die Wand zu drücken.

Den Piraten kann die Liberalen-Kritik derzeit wenig anhaben. Im ARD-Deutschlandtrend legten sie erneut zu, während die anderen Parteien in der Wählergunst stagnieren. In der Umfrage von Infratest dimap für das „Morgenmagazin“ verbesserte sich die Piratenpartei am Freitag um einen Punkt auf elf Prozent, die FDP hängt dagegen bei drei Prozent der Stimmen fest.

Die Union lag unverändert bei 35 Prozent, der SPD würden 27 Prozent der Bürger ihre Stimme geben. Die Grünen lagen in der Umfrage unverändert bei 14 Prozent der Wählerstimmen. Die Linke erhielt sechs Prozent und verschlechterte sich damit um einen Punkt. Somit gäbe es derzeit nur für eine große Koalition aus Union und SPD eine Mehrheit im Bundestag: SPD und Grüne kämen zusammen nur auf 41 Prozent. Die derzeitige Regierungskoalition hätte 38 Prozent der Bürger hinter sich - allerdings würde die FDP nicht in den Bundestag einziehen.

Die FDP versucht daher, den Piraten das Wasser abzugraben – mit harter Kritik. Partei-Generals Döring sagte, es sei ein Widerspruch, wenn sich die Piratenpartei einerseits für Transparenz in den politischen Entscheidungsprozessen einsetze, andererseits aber besonderen Wert auf die Anonymität und anonyme Debattenbeiträge lege. Die Forderung nach bedingungsloser Transparenz von politischen Prozessen sei im Übrigen nicht umzusetzen. „Es gibt Entscheidungsprozesse, die hinter verschlossenen Türen erörtert werden müssen“, sagte Döring. Andernfalls würden nur noch Fensterreden gehalten.

Die Piraten selbst lassen die Attacken Dörings hingegen souverän an sich abperlen.  „Herrn Dörings Behauptungen werden nicht dadurch richtiger, dass er sie ständig wiederholt“, sagte der Berliner Piraten-Abgeordnete Christopher Lauer Handelsblatt Online. „Es ist bezeichnend, dass dem Generalsekretär einer Regierungspartei nichts Besseres einfällt, als eine Partei, die 1,1 Millionen Nichtwähler mobilisiert, plump zu beschimpfen.“ Lauer prophezeite den Liberalen einen Wechsel in der politischen Landschaft Deutschlands. „Er wird ohne Herrn Döring und die FDP stattfinden.“

Dietmar Neuerer
Dietmar Neuerer
Handelsblatt / Reporter Politik
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Attacke des Generalsekretärs: Piraten-Höhenflug bringt FDP in Rage"

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  • mich wundert,dass es immer noch leute gibt die genau diesen 3 grossen parteien,dcu,spd und grünen ihre stimme geben,obwohl genau sie es sind,die diese ganze missere wie ems,fisikalpakt,eudssr,minimallöhne,leiharbeit,tagelöhner wie 1eurojober,entdemokratisierung,betrieben und weire betreiben

  • Die PIRATEN sind GEGEN "ZENSUR"! Und für das Recht daß "tinyurl.com" an einen Porno-Seitenbetreiber oder eine Sharia-Sekte verkauft werden darf unter Änderung der Zieladresse eines Shortlinks.

    http://dudesack.dynip.name/fUErSCHOTTEN.jpg

  • Was hat er denn hier verbrochen der PappiRazzi?
    Kanner´s nicht noch mal ganz schnell nachschieben? Ich zerplatze vor Neugier.? LOL

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