Attacke gegen Altanzler
Huber findet Schröder peinlich

Gerhard Schröder muss weiter herhalten. Nachdem ihn CDU-Chefin Merkel bereits gestern kritisiert hatte, folgte heute eine neue Attacke von Seiten der CSU. Parteichef Erwin Huber sparte in seiner Rede auf dem Parteitag der CDU nicht mit Vorwürfen gegen den Altanzler.

HB HANNOVER. Die Union verschärft ihre Kritik am Umgang von Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) mit Russland. Der CSU-Vorsitzende Erwin Huber hat die Menschenrechtspolitik Schröders scharf angegriffen. „Uns gefällt es, wenn die Kanzlerin (Angela Merkel) zu den Menschenrechten in China und zur Demokratie offene Worte findet“, sagte Huber auf dem CDU-Bundesparteitag in Hannover. „Es ist peinlich, wie der frühere Bundeskanzler Schröder dort auftritt.“ Die Parlamentswahlen in Russland am vergangenen Sonntag hätten gezeigt: „In Russland gibt es lupenreine Wahlfälscher, aber nicht lupenreine Demokraten an der Spitze.“

Schröder hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin immer wieder als „lupenreinen Demokraten“ bezeichnet und Merkel laut Berichten unter Hinweis auf ihre DDR-Herkunft eine falsche Russland-Politik vorgehalten. Zugleich kritisierte er den Empfang des geistlichen Oberhauptes der Tibeter, des Dalai Lama, durch Merkel im Kanzleramt. Der Empfang hatte Irritationen mit China ausgelöst. Tibet war 1951 von China besetzt worden.

Am Vortag hatte Merkel Schröder im Zusammenhang mit der Diskussion um überhöhte Manager-Gehälter einen Seitenhieb verpasst. Zu den Unterschieden in der in der Gehaltshöhe zum Beispiel zwischen deutschen und japanischen Führungskräften sagte Merkel: „Dort (Japan) verdient der Chef nur ungefähr das Zwanzigfache eines Arbeiters." Und sie fügte mit Blick auf den jetzigen Job ihres Vorgängers Gerhard Schröder hinzu. „Das ist in etwa das Doppelte eines deutschen Kanzlers - wenn er nicht gerade in der Schweiz Geschäfte für russisches Gas machen muss.“

Nach dem Ausscheiden als Bundeskanzler nahm Schröder ein Angebot des russischen Erdgasförderunternehmen Gazprom zur Mitarbeit im Aufsichtsrat der Nord Stream AG an. Nord Stream baut und betreibt eine Erdgasleitung zum Transport von Erdgas von Russland durch die Ostsee nach Deutschland. 51 Prozent an der AG hält Gazprom, beteiligt sind außerdem die deutschen Produzenten Eon-Ruhrgas und Wintershall. Die Lobbyarbeit Schröders für das Projekt sorgt immer wieder für Diskussionen.

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