Auch die AOK lenkt ein
Krankenkassen geben nach

In den Streit um die Höhe der Krankenversicherungsbeiträge kommt Bewegung. Nach der Drohung von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) mit gesetzlichem Zwang kündigten drei große Kassen an, die Prämien freiwillig zu senken.

HB/dpa/rtr BERLIN. Auch der AOK-Bundesverband hält schon im kommenden Jahr Beitragssenkungen für möglich, wenn die Kassen sich für ihren Schuldenabbau mehrere Jahre Zeit lassen dürfen. Er relativierte damit den bisherigen Standpunkt der Spitzenverbände der Krankenkassen, wonach die Beiträge durch die Gesundheitsreform nicht auf breiter Front sinken werden. Das Bundesgesundheitsministerium lud am Freitag die Spitzenverbände für nächsten Mittwoch „dringlich“ zu einem Gespräch über die Beitragssätze ein.

Sowohl Deutschlands größte Krankenkasse, die Barmer Ersatzkasse, als auch die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) teilten mit, im kommenden Jahr die Beiträge zu senken. Barmer-Chef Eckart Fiedler sagte der Tageszeitung „Die Welt“, der Beitragssatz werde sich für die acht Millionen Versicherten von derzeit 14,9 „in Richtung 14 Prozent bewegen.“ Der KKH-Vorsitzende Ingo Kailuweit sagte der dpa, er gehe von einer Senkung des Satzes von derzeit 14,8 Prozent um 0,7 bis 1,0 Prozentpunkt aus. Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) hatte eine Senkung schon vor Tagen angekündigt, ohne die Höhe zu nennen.

Der Vorsitzende des AOK-Verbandes, Hans Jürgen Ahrens, sagte am Freitag in der ARD: „Man wird auch im ersten Jahr die Beiträge absenken können, wenn die Politik das macht, was sie jetzt angekündigt hat, nämlich den Entschuldungszeitraum auf vier Jahre auszudehnen. Wenn das geschieht, dann werden die Kassen die Beiträge senken.“

Nach der Vorgabe der Politiker sollen die Kassen von den erwarteten Einsparungen in Höhe von zehn Milliarden Euro rund sieben Milliarden für Beitragssenkung verwenden. Der durchschnittliche Beitragssatz solle 2004 von rund 14,4 auf 13,6 Prozent sinken. Den Rest könnten die Kassen zur Schuldentilgung nutzen. Der BBK-Bundesverband erklärte, er halte es für seriöser, vor Beitragssatzankündigungen erst das konkrete Gesetz abzuwarten und im Herbst zu entscheiden. Der Vorsitzende der Innungskrankenkassen (IKK), Rolf Stuppardt, sagte, auf breiter Front könnten die Beitragssätze nicht sinken.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%