Auch Direktkandidat in Saarbrücken
Lafontaine versucht das Double

Oskar Lafontaine tritt als Direktkandidat des Linksbündnisses aus PDS und WASG im Wahlkreis Saarbrücken an. Die Wahlkreisversammlung der Linkspartei wählte den ehemaligen SPD-Vorsitzenden am Dienstag in Saarbrücken bei einer Gegenstimme mit zehn von elf Stimmen. Gegenkandidaten gab es nicht.

HB SAARBRÜCKEN. "Wir haben die Chance, das Direktmandat zu bekommen", sagte Lafontaine, der selbst Mitglied der Wahlalternative WASG ist. "Wir können sagen, dass wir die politische Landschaft verändert haben", erklärte der frühere SPD-Chef in seiner knapp einstündigen Bewerbungsrede vor rund 30 Mitgliedern von Linkspartei und WASG. Er steht überdies auf Platz eins der Landesliste der WASG in Nordrhein-Westfalen.

Im Wahlkreis Saarbrücken tritt Lafontaine gegen Elke Ferner (SPD) an, die 2002 mit 51,8 % das Direktmandat gewann. Er kandidiere jedoch nicht gegen frühere Parteifreunde, sondern "gegen eine bestimmte Politik", sagte Lafontaine. Alle anderen Kandidaten im Wahlkreis hätten die Hartz-IV-Reform befürwortet und für völkerrechtswidrige Kriege gestimmt. "Ich habe hier jahrzehntelang gearbeitet", sagte Lafontaine in Hinblick auf seine Zeit als Oberbürgermeister von Saarbrücken und saarländischer Ministerpräsident. "Es ist natürlich, dass ich jetzt auch hier antrete."

Lafontaine betonte, dass er nach der Wahl eine Vereinigung von WASG und Linkspartei anstrebe. Allein aus wahlrechtlichen Gründen sei die Kandidatur von WASG-Mitgliedern auf Linkspartei-Listen nötig gewesen. "Bei künftigen Wahlkämpfen wird es anders sein." Die damalige PDS hatte bei der vergangenen Bundestagswahl in Saarbrücken 1,5 % der Erststimmen geholt.

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