Auch Forderung nach deutlich höheren Ausbildungsvergütungen
IG Metall will in Ostdeutschland das Maximum

Die IG Metall in Berlin, Brandenburg und Sachsen will in der anstehenden Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie acht Prozent höhere Einkommen für ein Jahr fordern. Damit geht der ostdeutsche Bezirk an den oberen Rand der vom Gewerkschaftsvorstand in Frankfurt vergangene Woche empfohlenen Bandbreite zwischen sieben und acht Prozent.

HB BERLIN. "Die Auftragsbücher sind voll und die Auslastung der Unternehmen ist hoch", erklärte Bezirkschef Oliver Höbel am Montag im Anschluss an eine Sitzung seines Tarifkommission in Leipzig.

Die Gewinne der Unternehmen seien in den vergangenen Jahren rasant gestiegen, während bei den Beschäftigten nur ein "bescheidenes Plus" angekommen sei. "Sie wollen jetzt am wirtschaftlichen Erfolg stärker beteiligt werden", sagte Höbel.

Neben einer Lohnsteigerung für die 236 000 Metall- und Elektrobeschäftigten will die IG Metall in dem Bezirk eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 80 Euro je Ausbildungsjahr durchsetzen. Ferner fordert die Gewerkschaft die Arbeitgeber auf, mehr für betrieblich Aus- und Fortbildung zu tun, um dem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen.

Berlin ist der erste Bezirk, der nach der Empfehlung des Vorstands seine Marschroute abgesteckt hat. Als letzte Region folgt am nächsten Montag der traditionelle Pilotbezirk Baden-Württemberg, bevor der IG-Metall-Vorstand am Tag darauf die endgültige Forderung für alle 3,6 Millionen Beschäftigten der Schlüsselbranche beschließen wird.

Die Forderung nach bis zu 8 Prozent mehr Entgelt bilde die Bedingungen der Branche mit 3,6 Millionen Beschäftigten nicht ab, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Ulrich Brocker, in Frankfurt. Er verwies auf die ifo- Konjunkturumfrage, die deutlich schlechtere Werte zu Geschäftslage und den künftigen Erwartungen der Unternehmen gebracht habe. „Das kann man nur noch als freien Fall bezeichnen, so schlechte Aussichten gab es seit sieben Jahren nicht mehr.“

Eine Lohnerhöhung von acht Prozent sei schon für den Westen nicht vertretbar, „aber für den Osten völlig indiskutabel“, sagte Gesamtmetallpräsident Martin Kannegiesser der „Leipziger Volkszeitung“ (Montag). Er verlangte besondere Rücksicht auf die Wirtschaftslage in Ostdeutschland. Die Branche habe sich zwar in den vergangenen Jahren erfreulich entwickelt, aber die Firmen brauchten noch ein paar Jahre, um sich zu festigen. Das gelte vor allem für die Eigenkapitalquote, die immer noch niedriger als in den West-Ländern sei.

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