Auch in der Union wird weiter über die Besetzung der Ministerposten diskutiert
Müntefering gibt dem Druck nach

Offiziell ist noch nichts, aber die Spatzen pfeifen es bereits laut von den Dächern: Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering gibt dem Druck seiner Genossen nach und wird Vize-Kanzler und Arbeitsminister in der großen Koalition. Auch für weitere Posten wie die des Finanz- und des Außenministers sowie des Fraktionschefs sind die Würfel gefallen.

doe/HB BERLIN. Als sicher gilt inzwischen, dass der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) neuer Bundesfinanzminister und Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier neuer Außenminister wird. Dies zeichnete sich nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa bei internen Gesprächen der engeren SPD-Spitze am späten Mittwochabend in Berlin ab. Auch die Frage nach dem zukünftigen Fraktionsvorsitzenden ist offenbar geklärt: Aus Parteikreisen verlautete am Domnnerstagmorgen, dass Peter struck diese Aufgabe wieder übernehmen soll.

Heute um 9 Uhr trifft sich das SPD-Präsidium, am Nachmittag dann die SPD-Fraktion. Anschließend will Müntefering der Öffentlichkeit in Berlin ein möglichst vollständiges Personaltableau der SPD für die neue Regierung präsentieren.

In einem Kabinett unter Führung der CDU-Kanzlerin Angela Merkel soll Müntefering nach dem Willen der SPD den erheblich gestärkten Aufgabenbereich für Arbeitsmarktpolitik und Soziales übernehmen. Damit soll zugleich das sozialdemokratische Profil innerhalb der neuen Regierung deutlich gemacht werden.

Nach dem Rückzug von Kanzler Gerhard Schröder hatten immer mehr Sozialdemokraten ihren Partei- und Fraktionschef Franz Müntefering gedrängt, als Vize-Kanzler in die künftige schwarz-rote Regierung zu wechseln. "Ich bin der Meinung, dass Franz Müntefering diesen Schritt ernsthaft erwägen sollte, um das Gewicht der Partei am Kabinettstisch auf gleicher Augenhöhe zu repräsentieren", sagte Präsidiumsmitglied Andrea Nahles dem Handelsblatt. Verschiedene Mitglieder des SPD-Vorstandes äußerten sich ähnlich. "Müntefering muss das jetzt machen", sagte ein Vertreter der Parteispitze, der dem konservativen Flügel zugeordnet wird.

Die SPD sucht seit Tagen verzweifelt nach geeigneten Kandidaten für ihre acht Ministerposten. "Alles hängt am Vize-Kanzler", hieß es am Mittwoch in hochrangigen Parteikreisen. Hoffnungen, Schröder könne doch noch zur Übernahme des Außenministerpostens überredet werden, hatten sich gestern endgültig zerschlagen. Er werde "definitiv" der neuen Regierung nicht angehören, sagte Schröder. Auch der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck, den Müntefering als möglichen Kanzlerkandidaten für 2009 gerne auf dem Posten des Außenministers und Vizekanzlers gesehen hätte, winkte mehrfach ab: Sein Platz sei in Potsdam.

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