Auch in Deutschland nachweisbarer Verdienstabstand zwischen Männern und Frauen
Regierung plant Antidiskriminierungsgesetz

Von amerikanischen Verhältnissen ist Deutschland weit entfernt. Sammelklagen sind im deutschen Rechtssystem nicht vorgesehen. Dennoch wird sich beim Thema Diskriminierung in den nächsten Monaten auch in Deutschland etwas tun: Die Bundesregierung plant, noch in diesem Herbst ein Antidiskriminierungsgesetz zu verabschieden.

am DÜSSELDORF. Darin soll es auch einen Passus gegen Geschlechterbenachteiligung im Beruf geben. Die Zeit drängt, denn die EU-Kommission fordert die Umsetzung von insgesamt drei bereits beschlossenen Diskriminierungsrichtlinien in nationales Recht. Zurzeit befindet sich das Gesetz noch in der Ressortabstimmung, heißt es im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das das Gesetz koordiniert.

Dass es auch in Deutschland einen nachweisbaren Verdienstabstand zwischen Männern und Frauen gibt, der mit dem Alter steigt, hat das Statistische Bundesamt in einer Studie nachgewiesen. Auch Bundesfamilienministerin Renate Schmidt bestätigt: „Beim Berufseinstieg liegt das Durchschnittseinkommen der Frauen um rund zehn Prozent unter dem der Männer.“ Frauen gingen immer noch vorrangig in schlechter bezahlte Berufe. „Bei Frauen über 35 Jahren liegt die Differenz mit 25 Prozent deutlich höher.“ Schmidt sieht die „Job-Unterbrechungen wegen der Kindererziehung“ als wichtigen Grund. Doch „es gibt auch einen Verdienstabstand zwischen Männern und Frauen, der statistisch nicht erklärbar ist“, sagt Alfred-Paul Höpfl, der die Zahlen zum Verdienstabstand im Statistischen Bundesamt errechnet hat. Dennoch gibt er zu bedenken, dass dieser Umstand nicht automatisch eine Ungleichbehandlung anzeige.

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