Auch Verfahren wegen Beihilfe zum Betrug
Im Strauß-Prozess rückt die CSU ins Visier der Justiz

Auch die CSU gerät im Augsburger Steuerstrafprozess gegen Max Strauß nun ins Visier der Justiz. Auch schloss Strauß-Anwalt Wolfgang Dingfelder nicht aus, dass CSU-Chef Edmund Stoiber als Zeuge vor das Landgericht Augsburg geladen wird.

HB AUGSBURG.Der Vorsitzende Richter Maximilian Hofmeister verwies am Dienstag auf jüngste Äußerungen des Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber, wonach für das Schweizer Konto „Maxwell“ die CSU verfügungsberechtigt gewesen sei und nicht Max Strauß. Es könne sein, dass Ermittlungen in diese Richtung notwendig und erforderlich und „für Herrn Strauß erfolgreich sein könnten“, sagte der Richter.

Das Konto „Maxwell“ wird von der Staatsanwaltschaft Max Strauß zugerechnet. Sie wirft dem Sohn des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß vor, von Schreiber rund 2,6 Millionen Euro Provisionen auf dieses Konto erhalten und nicht versteuert zu haben. Strauß bestreitet die Vorwürfe.

Schreiber hatte vergangene Woche im Nachrichtenmagazin „Spiegel“ bekräftigt, bei „Maxwell“ handele es sich um ein Konto der CSU. Der in Kanada lebende Geschäftsmann will bisher nicht vor Gericht aussagen. Ein CSU-Sprecher sagte, die Äußerungen Schreibers seien nicht neu. „Die mangelnde Glaubwürdigkeit der Behauptungen Schreibers wird auch durch Wiederholung nicht besser.“

Max Strauß muss sich von diesem Freitag an in München in einem weiteren Verfahren wegen Beihilfe zum Betrug verantworten. Der 44- Jährige steht im Verdacht, als Justiziar der Anlageberatungsfirma Wabag zu einem Anleger-Betrug mit einem Schaden von mehr als 70 Millionen Euro beigetragen zu haben. Die Verantwortlichen wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Dingfelder bestätigte, dass in einem „Deal“ mit der Justiz ein Verfahren von höchstens zwei Tagen angestrebt wird. Im Gegenzug will sich der psychisch schwer angeschlagene Strauß zu den Vorwürfen bekennen. Nach einem neuen Gutachten ist er weiter nur eingeschränkt prozessfähig.

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