Oskar Lafontaine, 69, Linke: Der „Napoleon von der Saar“ wollte es noch einmal wissen - und erlebte sein Waterloo. Das Taktieren Lafontaines im Machtkampf um die Parteispitze hat erheblich dazu beigetragen, dass die Linke in diesem Frühjahr kurz vor der Spaltung stand. Der saarländische Fraktionschef pokerte in der Auseinandersetzung mit seinem Widersacher Dietmar Bartsch zu hoch, überwarf sich sogar mit Fraktionschef Gregor Gysi und verzichtete letztlich dann doch auf eine Kandidatur. Einzige Genugtuung: Auch Bartsch wurde nicht Parteichef, sondern der vom westdeutschen Gewerkschaftsflügel als Ersatzkandidat für Lafontaine ins Rennen geschickte Bernd Riexinger.