Aufrüstung in Osteuropa
Hunderte deutsche Soldaten werden nach Litauen geschickt

Aus Angst vor Angriffen aus Russland verschiebt die Nato insgesamt vier Kampfverbände nach Osteuropa. Allein 1.000 Soldaten werden nach Litauen verlegt. Deutschland stellt einen Großteil der Truppe.

BrüsselDeutschland und andere Nato-Staaten treiben die Aufrüstungspläne für Osteuropa voran. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen kündigte am Mittwoch in Brüssel an, dass der von der Bundeswehr angeführte Verband für Litauen aus rund 1000 Soldaten bestehen wird. „Deutschland wird daran den größten Anteil tragen“, ergänzte sie am Rande von Beratungen mit Bündniskollegen.

Nach Angaben aus dem Verteidigungsministerium hat Deutschland zugesagt, zwischen 400 und 600 Soldaten sowie Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 für die multinationale Kampftruppe zur Verfügung zu stellen. Die ersten sollen im Februar kommenden Jahres in Richtung Litauen aufbrechen. Unterstützung wird wechselnd aus Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Norwegen, Kroatien und Luxemburg kommen.

Die jüngsten Aufrüstungspläne der Nato sind eine weitere Reaktion auf die Ukrainekrise und die Angst östlicher Mitgliedsländer vor einem russischen Angriff. Vor allem die baltischen Staaten und Polen fühlen sich bedroht, seit sich der große Nachbar 2014 die ukrainische Schwarzmeerhalbinsel Krim einverleibte.

Beim Bündnisgipfel im Juli war deswegen beschlossen worden, mehrere Tausend Soldaten in die östlichen Bündnisländer zu verlegen. Zudem ist eine verstärkte Präsenz der Allianz in der Schwarzmeerregion geplant. Auch an ihr will sich die Bundeswehr beteiligen. Neben Deutschland übernehmen Großbritannien, die USA und Kanada die Führungsverantwortung bei der Aufrüstungsinitiative. Sie werden die Kampftruppen in Estland, Polen und Lettland führen.

Die geplante Stärke der Einheiten mit je rund 1000 Soldaten nannte von der Leyen „genau angemessen“ und „defensiv“. Sie sei ein klares Zeichen, dass ein Angriff auf ein Land als ein Angriff auf alle 28 Nato-Staaten wahrgenommen würde. Ähnlich äußerte sich nach den Beratungen Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. „Wir sind besorgt über das Verhalten Russlands“, sagte er. Die Aufrüstung werde aber mit weiteren Dialogbemühungen einhergehen.

Russland hatte die Aufrüstungspläne bereits unmittelbar nach den Grundsatzbeschlüssen im Sommer scharf kritisiert. „Die Allianz konzentriert ihre Kräfte darauf, eine nicht existierende Gefahr aus dem Osten einzudämmen“, erklärte das Außenministerium damals und warf der Nato eine „Dämonisierung“ Russlands vor.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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