Aufruf zu Wachsamkeit
Bahn verstärkt Sicherheitsmaßnahmen

Nachdem immer wahrscheinlicher ist, dass die Kofferbomben-Funde von Koblenz und Dortmund einen terroristischen Hintergrund haben, werden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble warnt vor erneuten Anschlagsversuchen. Promt wurde an einem Bahnhof ein verdächtiger Koffer gemeldet.

HB DÜSSELDORF. Ein herrenloser Koffer hat am Freitag für einen Großeinsatz der Polizei vor dem Düsseldorfer Hauptbahnhof gesorgt. Die Beamten sperrten den Bahnhofsvorplatz ab und mobilisierten ein Team von Sprengstoff-Experten. In dem Hartschalenkoffer, den die Spezialisten am Nachmittag aufsprengten, habe sich aber „nichts befunden, was ungewöhnlich wäre“, sagte ein Polizeisprecher vor Ort.

Zunächst hatte ein Sprengstoffspürhund den Koffer beschnüffelt, der vor einem Döner-Imbiss abgestellt worden war, berichtete ein Reuters-Reporter. Dutzende von Polizisten sicherten die Fundstelle. Der Eingangsbereich des Hauptbahnhofs wurde vorübergehend abgesperrt, der Straßenbahnverkehr eingestellt. Der Zugverkehr wurde hingegen nicht unterbrochen.

Ende Juli waren in den Bahnhöfen von Dortmund und Koblenz in Regionalzügen Kofferbomben gefunden worden. Das BKA teilte am Freitag mit, dass möglicherweise ein terroristischer Anschlag mit den Sprengsätzen verübt werden sollte. Als Reaktion weitet die Deutsche Bahn ab sofort ihre Sicherheitsmaßnahmen aus. So werde die Videoüberwachung verstärkt, Gepäckstücke sollen in Stichproben kontrolliert werden. „Unser Sicherheitskonzept hat sich bewährt, wir werden es als Reaktion auf die aktuelle Lage weiterentwickeln“, sagte Bahn-Vorstandsmitglied Otto Wiesheu in Berlin.

Schäuble schließt weitere Anschlagsversuche nicht aus

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble schließt weitere Anschlagsversuche wie die in Regionalzügen gefundenen Kofferbomben nicht aus. Er rief die Bürger am Freitag dazu auf, die Öffentlichkeitsfahndung nach den zwei auf Video aufgenommenen Verdächtigen zu unterstützen, und gab verstärkte Sicherheitsmaßnahmen bekannt. Gleichzeitig bat er um einen „ruhigen Umgang“ mit der Situation und versicherte, es bestehe kein Anlass, die Bahn und die öffentlichen Verkehrsmittel zu meiden.

„Die beiden Sprengsätze waren sehr gefährlich. Sie sollten zünden. Tote und Verletzte wären die Folge gewesen“, erklärte Schäuble. „Wir müssen dieses Ereignis sehr ernst nehmen. Und wir müssen leider davon ausgehen, dass die Gefahr einer Wiederholung dieser Anschlagsversuche weiterhin besteht.“

Der CDU-Politiker bat die Bevölkerung, sich mit möglichen Angaben zu den beiden Verdächtigen in jedem Fall schnell bei der Polizei zu melden. Es gelte, wachsam zu sein und Auffälligkeiten der Polizei zu melden. Die Sicherheitsmaßnahmen in der Bahn seien der aktuellen Lage angepasst worden, sagte Schäuble. So würden bestimmte Bereiche von der Bundespolizei noch intensiver überprüft. Er bat um Verständnis dafür, dass sie in einigen Fällen auch Reisende ansprechen und ihr Gepäck kontrollieren werde.

Die versuchten Bombenanschläge hätten schlimme Folgen gehabt, gab Schäuble zu bedenken. Daher müssten auch auch einige Sicherheitsaspekte überdacht und neu ausgerichtet werden. Der Minister erwähnte vor allem die Videoüberwachung, die in diesem Fall wertvolle Erkenntnisse über die mutmaßlichen Täter geliefert habe. Sie sei nicht nur bei der Bahn, sondern auch in anderen gefährdeten öffentlichen Bereichen wie dem öffentlichen Nahverkehr erforderlich.

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