Aufschwung 2011
Regierung malt rosiges Konjunkturbild

Das Jahr 2011 avanciert zum Rekordjahr. Die Bundesregierung erwartet eine Rekordbeschäftigung und ein Wachstum von 2,6 Prozent. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle erwartet trotz Inflation mit einer höheren Kaufkraft.
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Berlin Die Bundesregierung erwartet trotz Risiken einen dauerhaften Aufschwung in Deutschland. In diesem Jahr dürfte die Konjunktur um 2,6 Prozent anziehen und im nächsten Jahr noch einmal um 1,8 Prozent zulegen, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Wachstumsprognose. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf 2,9 Millionen im Jahresdurchschnitt sinken und 2012 auf 2,7 Millionen zurückgehen, erklärte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). Zudem werde es im nächsten Jahr einen Beschäftigungsrekord von 41,1 Millionen Erwerbstätigen geben. „Der Aufschwung in Deutschland steht auf einem breiten Fundament“, sagte Brüderle. Die Inlandsnachfrage gewinne an Kraft und mache die Wirtschaft so widerstandsfähiger.

Als Risiken bezeichnete Brüderle die hohen Rohstoffpreise, die Katastrophe in Japan und die noch nicht ausgestandene Schuldenkrise im Euroraum. Die Binnenwirtschaft werde gleichermaßen von Investitionen und Ausgaben der Verbraucher getragen. „Die fast schon traditionelle deutsche Konsumschwäche ist überwunden - die Zuwächse des privaten Konsums liegen deutlich über denen des letzten Jahrzehnts“, sagte Brüderle.

Dank der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt dürften die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte in diesem und im nächsten Jahr um je 3,3 Prozent steigen - „so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr.“ Die Verbraucherpreise würden zwar 2011 mit 2,4 Prozent hauptsächlich aufgrund höherer Rohstoffpreise merklich zunehmen. Im nächsten Jahr dürfte die Teuerung aber wieder unter die Marke von zwei Prozent sinken. „Selbst angesichts der höheren Teuerung verbleibt per Saldo in diesem und im nächsten Jahr ein deutliches Kaufkraft-Plus.“

Die nachhaltige Konsolidierung der öffentlichen Haushalte bezeichnete Brüderle als ist eine zentrale Aufgabe. „Gerade die Ausgabenseite gehört jetzt auf den Prüfstand, besonders jetzt im Aufschwung.“ Konsolidierung und Entlastungen hingen dabei sehr eng zusammen.

Wegen der boomenden Wirtschaft erhöhte die Regierung ihre Konjunkturprognose wie zuvor schon zahlreiche Forschungsinstitute und internationale Organisationen. Bisher hatte die Regierung für 2011 mit einem Plus von 2,3 Prozent gerechnet. Die führenden Wirtschaftsinstitute sind einen Tick optimistischer als Brüderle: Sie rechnen in ihrem Frühjahrsgutachten mit einem Wachstum von 2,8 und 2,0 Prozent für das nächste Jahr. Die Regierungsprognose ist eine wichtige Basis für die Steuerschätzung im Mai.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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