Aufsichtsratsposten
Schröder: „Ich will arbeiten“

Altkanzler Gerhard Schröder hat in der Kontroverse um seinen Wechsel in den Aufsichtsrat des deutsch-russischen Gaspipeline-Konsortiums jegliche Kritik zurückgewiesen und juristische Schritte gegen Falschmeldungen angekündigt.

HB BERLIN. Altkanzler Gerhard Schröder hat sein umstrittenes Engagement für das deutsch-russische Gaspipeline-Konsortium gegen scharfe Kritik auch aus der SPD verteidigt.

„Für mich ist es eine Ehrensache, bei dem Pipeline-Projekt mitzumachen“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“ laut Vorabbericht vom Montag. Er habe das Vorhaben politisch unterstützt, weil er es für sinnvoll halte. Zudem gab Schröder persönliche Gründe an, den Aufsichtsratschefposten übernehmen zu wollen. Mit 61 Jahren wolle er arbeiten „und meiner Frau nicht daheim auf den Wecker fallen“. Berichte über eine zu erwartende Entlohnung zwischen 200 000 und einer Million Euro seien „sicherlich viel zu hoch“.

Die Bundesregierung erwägt wegen der Debatte um Schröders Plan verbindliche Regeln für solche Fälle. Bundeskanzlerin Angela Merkel sei offen für einen Kodex und werde auf Erfahrungen anderer Länder und Institutionen zurückgreifen, sagte ihr Vize-Sprecher Thomas Steg. Er machte zugleich deutlich, dass Merkel Verständnis für kritische Fragen an Schröder habe. Die Empörung an seinem Vorhaben nahm weiter zu.

„Da wird von Politikern und Medien viel Unsinn verbreitet“, wies Schröder den Kommentar von SPD-Fraktionschef Peter Struck zurück. Dieser hatte gesagt, er hätte den Posten nicht angenommen. Schröder erklärte, er hätte es schön gefunden, wenn sich Struck zuvor bei ihm „nach dem Sachstand erkundigt hätte“. Nach den Worten Schröders ist noch nicht über eine Entlohnung gesprochen worden. Er rechne mit der „für solche Aufgaben üblichen Aufwandsentschädigung“.

Aus der SPD erhielt Schröder auch Rückendeckung. Vizekanzler Franz Müntefering (SPD) sagte der „Süddeutschen Zeitung“, die Kritik sei ungerechtfertigt. „Dass Gerhard Schröder das Vertrauen der Anteilseigner für eine Leitungsfunktion in dieser Unternehmung hat, ist ein gutes Zeichen.“ Auch SPD-Chef Matthias Platzeck nahm Schröder in Schutz.

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