Aufstiegsglauben Rösler gibt Grünen die Schuld

Unter jungen Menschen aus einkommensschwachen Familien sinkt der Glaube an einen sozialen Aufstieg. Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler hat dafür einen Grund gefunden - und schiebt den Grünen den schwarzen Peter zu.
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Philipp Rösler sieht Gründe dafür, dass junge Arme weniger an Aufstieg durch Leistung glauben. Quelle: dapd

Philipp Rösler sieht Gründe dafür, dass junge Arme weniger an Aufstieg durch Leistung glauben.

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BerlinDer FDP-Vorsitzende Philipp Rösler gibt den Grünen die Schuld am laut einer Umfrage gesunkenen Glauben junger Deutscher an den sozialen Aufstieg durch Leistung.

"Wenn der Leistungsgedanke diskreditiert und Wachstum zum Teufelszeug erklärt wird, woran sich besonders die Grünen gründlich abgearbeitet haben, dann stellen wir die Weiche Richtung Abstieg", sagte Rösler der Zeitung "Die Welt". "Nicht nur Asien, sondern auch europäische Nachbarn haben das früher erkannt als wir."

Laut einer am Montag vorgestellten Allensbach-Umfrage halten 55 Prozent der unter 30-jährigen einkommensschwachen Deutschen einen Aufstieg aus einer einfachen sozialen Schicht für nur sehr schwer möglich. Nur 19 Prozent sind davon überzeugt, dass man es durch persönliche Anstrengungen in der Regel auch "zu etwas bringt". Was zählt, ist aus Sicht vieler allein das Elternhaus.

  • dapd
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20 Kommentare zu "Aufstiegsglauben: Rösler gibt Grünen Schuld an geringem Leistungsdenken"

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  • ..selten so einen unreflektierten Quark gelesen. Ändern Sie Ihren Namen.

  • ... was ist "Leistung"? Eine fleißige Arbeitsdrohne zu sein?

    Leistung in diesem System lohnt sich für die allermeisten nicht mehr. Einsatz von Arbeitszeit bringt in einer Agenda-2010-Gesellschaft wenig, viel zu wenig. Selbst für diejenigen, die in der Lage sind gleichzeitig Intelligenz einzusetzen.

    Und was ist mit den ganzen "Investoren", die Frau Merkel mit Milliarden Steuergeld füttert - leisten die viel?

    Leistung bedeutet doch heutzutage möglichst effiziente Sklavenarbeit zu leisten.

    Ergo: Rösler halt' doch einfach ...!

  • Man mag zu Rösler ja stehen wie man will, aber in diesem Fall hat er, wenn auch etwas simplifizierend (muss man manchmal beim verblödeten Michel) durchaus recht. Wenn über alle Parteigrenzen, insbesondere bei Sozen und Grünen, eingebläut bekommt, dass das böse System bzw Gesellschaft Schuld ist, warum soll man sich da anstrengen? Wer am lautesten jammert, wird auch erhört. Grundsätzlich besteht weitgehend Chancengleichheit, zumindest verglichen mit den meisten anderen Regionen dieser Welt. Natürlich hat jemand, der mit einem goldenen Löffel geboren ist, einen zumindest materiellen Startvorteil, unter Karriereaspekten jedoch kaum. Man kann einen reichen Vollidioten mit noch so vielen Nachhilfestunden nicht zum Atomphysiker machen. Aber da ist natürlich der Leitungsgedanke, der tendenziell in Leistungsträgerfamilien eher vermittelt wird als bei Asis, und da kann man dann noch so viel Geld reinpumpen, man erreicht damit nur das Gegenteil, wenn Diese dann feststellen, dass man auch leistungslos ein einträgliches Einkommen hat, sieht man ja nicht nur bei Individuen, sonden auch bei unseren gepamperten Südsttaten

  • @pivi,
    man sollte den Piraten oder Linken mal erklären, dass bei einem Grundeinkommen für alle, niemand unterhalb dieses Grundeinkommens arbeiten würde, ergo müssten alle Produzenten die Löhne und somit die Preise für alle Waren erhöhen. Mit einem Grundeinkommen von z.B. 1000 Euro wäre man auch wieder sehr schnell arm.

  • @vicario

    "Können sie sich auch vorstellen, sie Volltrottel, das in ärmeren sozialen Schichten es auch begabte Kinder gibt...?"

    Hier sind etwas über das Ziel hinausgeschossen. "Genetisch" hat nicht unbedingt etwas mit arm oder reich zu tun. Auch sozial schwache Menschen können sehr intelligent sein. Nicht jeder Mensch muss seine Intelligenz zur Anhäufung von Reichtum und Konsumgütern nutzen. Es gibt sehr intelligente Menschen, die in Afrika z.B. Entwicklungshilfe leisten.
    Diese wären in Anbetracht ihrer Einkünfte nach hiesiger Auffassung sicherlich "sozial schwach", sind aber dennoch hochintelligent. Sicher intelligenter jedenfalls als so manche Politkröte in Brüssel oder bei den Melonen...

  • Da hat Rößler gar nicht so Unrecht....Wer könnte denn so wie er, mit einer Augenarztausbildung, zum Wirtschafts-minister aufsteigen...??

    Das geht doch nur , wenn man sich in einer verkrusteten und durchkorrumpierten Partei durch "Ja-Sager" und " Speichellecker " - Mentalität nach oben rudert.....und das will die Junge Generation wohl nicht mehr.?!!!

  • Das bezweifele ich stark. Es gibt doch sogar irgendeine relativ aktuelle OECD-Studie, daß es hierzulande sogar ausgeprochen schwierig ist, durch Leistung weiterzukommen; die Herkunft macht es!

  • Laut diesem OECD-Bericht ist es in Deutschland fast unmöglich, durch Bildung den sozialen Aufstieg zu schaffen: http://www.ftd.de/politik/deutschland/:oecd-bildungsbericht-nur-jeder-fuenfte-schafft-mit-bildung-sozialen-aufstieg/70089051.html

    Herr Rössler, der ja immerhin an der Regierung ist, sollte die Schuld für diese unmöglichen Zustände mal in den eigenen Reihen suchen, anstatt die Opposition mit solchem Blödsinn zu belästigen und lieber etwas Ursachenforschung betreiben und Abhilfe schaffen.

    Aber lange müssen wir uns mit den gelblichen ja nicht mehr rumplagen, denn ihre eigene Leistung bringt sie genau dorthin, wo sie hingehören: aktuell auf 4% bundesweit.

  • Letzterem ist einfach garnichts hinzuzufügen.

  • Na ja, da macht es sich Herr Rösler etwas zu einfach. Das Problem liegt eher in einem falschen Leistungsverständnis auf beiden Seiten. Denn in der Theorie ist es noch einfach und selbstverständlich eine Leistungsgesellschaft zu fordern. Nur was ist denn in diesem Sinne Leistung?
    Viele Schutzmaßnahmen für Natur und auch Menschen missachten das Gebot der Eigenverantwortlichkeit, diesbezüglich ist der Vorwurf gegenüber den Grünen durchaus berechtigt.
    Aber die Leistungsvorstellungen der FDP beruhen nur allzu häufig auf Besitzständen und anderen Voraussetzungen, die letztlich anderen immer schwerer erringbar gemacht werden.
    Beide Seiten erhöhen dafür die bürokratischen Hürden, als wenn solche Hürden auch nur im entferntesten geeignet wären Leistungsbereitschaft und -fähigkeit zu erhöhen.
    Sie dienen letztlich nur der Illusion von Kontrolle und der Rechtfertigung und Enthaftung gegenüber der Öffentlichkeit. Sie suggerieren außerdem eine Niveausteigerung, die zwar nur auf dem Papier stattfindet, Wählern gut verkauft werden kann.
    Bürokratie ist nichts anderes als eine Ausrede für mangelnde Verantwortung. Damit die Spitzen der Gesellschaft nicht nur von den allerbesten erreicht werden können.
    Es ist ja auch kein Zufall das kleinteilige Bürokratie besonders beliebt in Diktaturen ist, wo Dummheit ihre Maßstäbe so allgemeingültig machen kann.

    H.

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