Auftakt für Bildungskonzept
Union will Naturwissenschaften stärken

Die unionsregierten Länder wollen sich künftig deutlich mehr engagieren, um den Nachwuchs für Naturwissenschaften, Mathematik und Technik zu begeistern. Mehr und besserer Unterricht soll dem dort herrschenden Fachkräftemangel vorbeugen – als Vorbild in den eigenen Reihen gilt Sachsen.

BERLIN. Nur so könne man erreichen, dass sich mehr Schulabgänger für ein entsprechendes Studium entscheiden, sagte die saarländische Kultusministerin und Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Annegret Kramp-Karrenbauer, bei der Vorstellung des Konzepts. Konkret soll der Unterricht in den einschlägigen Fächern ausgebaut werden, mehr Fächer sollen Pflicht bis zum Abitur sein und schon die Kindergartenkinder für Technik begeistert werden, heißt es in dem von den Ministerien Sachsens und Thüringens erarbeiteten Papier.

Das Konzept zur Stärkung der Mint-Fächer (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) ist zugleich ein erster Schritt der Union hin zu einem umfassenderen Bildungsprogramm, sagte Kramp-Karrenbauer. Daran arbeitet derzeit eine Arbeitsgruppe des CDU-Präsidiums unter Leitung von Bundesbildungsministerin Annette Schavan. Die SPD hatte unlängst bereits ein umfassendes Bildungskonzept vorgelegt, mit dem sie im Wahlkampf punkten will. Die Sozialdemokraten konzentrieren sich dabei auf die Chancengleichheit, die sie etwa durch kostenlose Kindergärten, längeres gemeinsames Lernen und individuelle Förderung erreichen wollen. Einen Stärkung der Mint-Fächer haben sie nicht explizit vorgesehen.

Die Union will mit mehr Mint-Unterricht ganz generell irrationale Ängste und Technikfeindlichkeit bekämpfen und ganz konkret für mehr Nachwuchs an Wissenschaftlern, Technikern und Ingenieuren sorgen. Diese Fachkräfte fehlen in der Wirtschaft. Erst vor wenigen Monaten hatten die Arbeitgeber und der Bundesverband der Deutschen Industrie ihre Aktivitäten in der Initiative „Mint-Zukunft schaffen“ gebündelt.

Kramp-Karrenbauer räumte ein, dass auch viele Unionsländer hier noch großen Nachholbedarf haben. Als Vorbild in den eigenen Reihen gilt Sachsen. Der Freistaat ist nach eigenen Angaben bisher das einzige Land, in dem die Gymnasiasten neuerdings bis zum Abitur sowohl Physik, Chemie als auch Biologie belegen müssen. Damit will Sachsen auch seinen Ruf als „Ingenieurschmiede" sichern. „Bei uns macht jeder vierte Hochschulabsolvent seinen Abschluss in den Ingenieur- oder Naturwissenschaften – bundesweit sind es nur 16 Prozent“, sagte Kultusminister Roland Wöller.

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