Auftrag wurde ohne Ausschreibung vergeben
Gerster erwägt Auflösung von Beratervertrag

Bislang hat BA-Chef Florian Gerster die Vorwürfe wegen des Millionenauftrags an die Beratungsagentur WMP Eurocom zurückgewiesen. Nach massiver öffentlicher Kritik erwägt Gerster nun, den umstrittenen Beratervertrag mit der Berliner Firma vorzeitig aufzulösen. Dies könne jedoch nur einvernehmlich geschehen, sagte er am Dienstag vor Journalisten in Berlin.

HB BERLIN.Eine vorzeitige Auflösung des bis Ende 2004 datierten Vertrages werde dadurch möglich, dass sich die Einstellung eines geeigneten Leiters der Unternehmenskommunikation abzeichne. Diese Funktion hat bisher das WMP-Vorstandsmitglied Bernd Schiphorst inne, den Gerster als „Manager auf Zeit“ bezeichnete.

Gerster verteidigte den im Frühjahr ohne Ausschreibung geschlossenen Vertrag. Es habe damals eine „besondere Eilbedürftigkeit“ bestanden, da für die Bundesanstalt „ein extrem negatives Meinungsklima“ geherrscht habe. Der BA-Vorstand halte an seiner Auffassung fest, richtig und rechtskonform entschieden zu haben. Er räumte allerdings ein, dass es über das Verfahren unterschiedliche Meinungen gebe. Vorstand und Präsidium des Verwaltungsrates seien sich nach einer Sitzung deshalb einig, dass es überprüft werden solle.

Hinter die Vergütung von insgesamt gut 1,3 Mill. Euro - die der Vorstand für angemessen halte - setzten Teile des Verwaltungsrates „ein Fragezeichen“. Beide Gremien seien sich aber einig, dass eine professionelle Kommunikationsberatung für den Reformprozess notwendig sei.

Das umstrittene Millionen-Honorar für WMP beschäftigt auch den Bundesrechnungshof. Rechnungshof-Präsident Dieter Engels kündigte an, sein Haus wolle die Auftragsvergabe prüfen. Unabhängig davon untersuche der Rechnungshof bereits seit einiger Zeit den starken Anstieg der BA-Mittel für Öffentlichkeitsarbeit.



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