Aufwärtstrend wird nur aus dem Ausland getragen
Großhandel verlangt Urlaubsverzicht

Der deutsche Großhandel ist nach einer langen Schwächephase so stark gewachsen wie seit vier Jahren nicht mehr. Im ersten Halbjahr setzte die Branche 590 Milliarden Euro um - ein Plus von 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

HB BERLIN. Für das Gesamtjahr sagte der Bundesverband des Groß- und Außenhandels (BGA) am Donnerstag in Berlin einen Anstieg von 2,2 Prozent voraus.

Verbandspräsident Anton Börner verwies jedoch darauf, dass der Aufwärtstrend nur aus dem Ausland getragen werde. In der Binnenwirtschaft gebe es immer noch keine Wachstumsimpulse.

Börner verlangte von den Arbeitnehmern weitere Anstrengungen, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen zu verbessern. So schlug er den Verzicht auf eine Woche Urlaub vor. „Es ist Ausländern immer schwer zu vermitteln, dass wir so viel Freizeit haben.“ Das „Land der Urlaubsweltmeister“ müsse wieder härter trainieren, damit es international mithalten könne. Auf diese Weise solle ein „Zeichen des Aufbruchs“ gesetzt werden.

Mit der neuen Prognose korrigierte der Verband die eigenen Erwartungen nach oben. Bislang war der BGA für 2004 von einem nominalen Wachstum von höchstens 1,9 Prozent ausgegangen. Die Vorhersage für das reale - also preisbereinigte - Wachstum hob er von 1,0 auf 1,4 Prozent an. Allerdings ging Börner davon aus, dass sich das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte abschwächen wird. Als Grund nannte er vor allem den höheren Ölpreis.

Trotz des Aufwärtstrends wurden in der Branche in den vergangenen Monaten weitere Stellen abgebaut. Im Laufe des Jahres würden insgesamt nochmals 5000 bis 6000 Arbeitsplätze verschwinden, sagte Börner. 2005 würden dann aber wieder mehrere tausend neue Arbeitsplätze entstehen. Dies hatte der BGA bereits für dieses Jahr vorausgesagt. Die Branche zählt nach Verbandsangaben derzeit rund 110 000 Unternehmen mit mehr als 1,2 Millionen Beschäftigten.

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