Aufwandsentschädigungen liegen zwischen 33 600 und 141 800 Euro pro Jahr
Ärztefunktionäre legen Gehälter offen

Fast einen Monat später als nach dem Gesundheitsreformgesetz vorgesehen, will die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) am Freitag die Vergütungen ihrer Funktionäre offen legen. Die Übersicht, die dem Handelsblatt schon am Donnerstag vorlag, zeigt, dass sich die jährlichen Gesamtbezüge der 23 KV-Chefs im Rahmen der Einkommen der Vorstandschefs der Krankenkassen bewegen und zum Teil deutlich unter den Gehältern von Geschäftsführern in vergleichbaren privaten Wirtschaftsbetrieben liegen.

BERLIN. So liegt die Spannweite der jährlichen Aufwandsentschädigungen für den ersten Vorsitzenden einer KV zwischen 141 800, die der Chef der KV Bayern Axel Munte erhält, und 33 600 für den Vorsitzenden der KV Brandenburg, Hans-Joachim Helming.

Hinzu kommen allerdings noch Kostenerstattungen für die Finanzierung einer Praxisvertretung von bis zu 82 500 Euro im Jahr. Zudem erhalten die meisten KV-Chefs nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt für bis zu zwei Jahre eine Übergangsentschädigung von bis zur 100 % ihrer Bezüge. In wenigen KVen kommt noch ein Dienstwagen dazu.

Der oberste Ärztevertreter, KBV-Chef Manfred Richter-Reichhelm erhält aus seiner Tätigkeit für die KBV eine Entschädigung von 92 400 im Jahr. Hinzu kommen 50 600 Euro, die er als KV-Vorsitzender von Berlin bezieht. Die KV finanziert ihm zudem 45 % der Kosten einer Praxisvertretung – rund 37 000 Euro. Mit Gesamteinkünften von rund 180 000 Euro liegt er damit am oberen Ende dessen, was ein Kassenchef verdienen kann. Bei den Kassen liegt die Spannbreite der Jahresgehälter zwischen 100 000 und 220 000 Euro. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt wird Richter-Reichhelm sein KBV-Gehalt zwei weitere Jahre erhalten, sein KV-Salär läuft ein Jahr weiter.

Bei vergleichbaren Tätigkeiten in der privaten Wirtschaft könnten die Ärzte-Politiker durchweg mehr verdienen. Nach einer Studie der Unternehmensberatung Kienbaum von 2003 erzielen Geschäftsführer von mit den KVen vergleichbaren Unternehmen zwischen 168 000 und 310 000 Euro pro Jahr. Allerdings liegen die durchschnittlichen Praxiseinnahmen nach KBV-Angaben mit rund 80 000 Euro deutlich niedriger.

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