Aus Finanznöten
Erste deutsche Kommune führt Pferdesteuer ein

Die Kommune Bad Sooden-Allendorf hat Schulden – und zwar nicht zu knapp. Um wieder seinen Haushalt wieder in den Griff zu bekommen, führt der Ort in Nordhessen als erste Gemeinde in Deutschland eine Pferdesteuer ein.
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Bad Sooden-AllendorfAls erste Kommune in Deutschland führt das nordhessischen Bad Sooden-Allendorf eine Pferdesteuer ein. Das Stadtparlament stimmte der Abgabe von 200 Euro pro Jahr und Pferd zu, wie Bürgermeister Frank Hix (CDU) sagte. Der hoch verschuldete Kurort erhofft sich Einnahmen von 30.000 Euro im Jahr. Die Steuer wird vor allem Hobby-Reiter treffen.

Dass in der Gemeinde schon jetzt mit Pferden Geld verdient wird, zeigt ein Blick auf die Internetseite. Zwei Reitvereine werden dort beworben, unter „Freizeit & Sport“ finden sich die Punkte Reiten zu Therapiezwecken und Westernreiten. Die Steuer soll Anfang kommenden Jahres eingeführt werden, zunächst muss noch eine Satzung erarbeitet werden.

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung bestätigte am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa, dass Bad Sooden-Allendorf die erste Kommune mit einer solchen Steuer ist.

 
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Eine Kopftuchsteuer würde mehr bringen; Wilders für Kanzler !

  • Im Prinzip in Ordnung.

    Wieso sollte das "im Prinzip" in Ordnung sein?

    Der Pferdesport ist ein sehr teures Hobby. Ein Hobby, das viele Menschen lieben und sich leisten, obwohl sie es finanziell kaum verkraften können.

    Sehr viele junge Menschen verbindet mit diesem Hobby nicht nur die Liebe zum Sport, sondern auch zu einem Tier!
    Aber wenn diese Steuer kommt, rentiert sich die Reiterei für die Masse der Pferdehalter nicht mehr, weil zu teuer.
    Selbst die Reiterhöfe werden große Probleme bekommen, da ihr Klientel die Zusatzkosten nicht mehr aufzubringen in der Lage ist.
    Es werden also eine erhebliche Anzahl an solchen Höfen sterben, bzw. die Pferdehaltung ausfgeben und damit einhergehend werden zwangsläufig massenhaft Pferde beim Schlachter landen. Aus gleichem Grund.

    Eine sehr "gesunde Entwicklung" für den Volkssport und die Pferdehaltung.

  • @987
    Zitat:
    "Unsere Kinder gehören schließlich vor den Fernseher und nicht in die Natur !"

    Natürlich - schließlich kann man an Pferde keine Werbung nageln^^
    Kinder, die nicht "konsumieren" sondern sich viel in der Natur aufhalten, sind in unserer Gesellschaft schließlich nicht tragbar. Wo kämen wir denn da hin, wenn man die Kinder nicht von klein auf zu willigen Konsumenten erziehen kann^^
    //Ironie aus

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