Aus für Innovationsrat
Milberg wird Merkels Chefberater

Der Innovationsrat der Bundesregierung steht vor dem Aus: Angela Merkel und ihr Kabinett wollen sich künftig von zwei anderen Gremien beraten lassen. Dazu zählt die neugegründete Akademie für Technikwissenschaften (Acatech) und die Nationale Akademie Leopoldina für Naturwissenschaften. Nebenbei erledigt sich dadurch eine für die Bundesregierung zunehmend schwierige Personalie

BERLIN/MÜNCHEN. Derzeitiger Chef des Innovationsrates ist noch der frühere Siemens-CEO Heinrich von Pierer, der wegen der Schmiergeldaffäre unter Druck steht. Immer wieder wird darüber spekuliert, dass die alte Konzernführung schon früher Hinweise auf die schwarzen Kassen des Unternehmens gehabt haben könnte.

In die Rolle des führenden externen Technikberaters der Kanzlerin rückt nun Ex-BMW-Chef Joachim Milberg als Präsident der Acatech.

In Regierungskreisen wurden Berichte zurückgewiesen, die Kanzlerin setze sich damit vom früheren Siemens-Lenker ab. Pierer sagte dem Handelsblatt, es gebe schon länger Überlegungen der Regierung, wie man Acatec stärker in die Technologieberatung einbinden könne. Darüber habe Merkel im Dezember mit ihm gesprochen. „Das halte ich auch für ganz sinnvoll.“ Der Innovationsrat habe nach seiner Meinung bisher gute Arbeit geleistet. „Ich glaube, wir haben wesentliche Themen aufgegriffen.“ So solle es beim nächsten Treffen um die Nachwuchssicherung im Ingenieurbereich gehen. „Natürlich macht mir das Spaß.“

Der neue Siemens-Vorstandsvorsitzende Peter Löscher distanzierte sich unterdessen in einem Brief an die Mitarbeiter scharf von der alten Führung: Es sei klar, dass „es aus der Mitte unseres Unternehmens über längere Zeit unverantwortliches und wohl auch kriminelles Handeln gab“. Siemens werde alles für die vollständige Aufklärung tun. Pierer hatte im Zuge der Schmiergeldaffäre vor einem Jahr als Aufsichtsratsvorsitzender seinen Hut nehmen müssen.

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