Aus für Magnetschwebebahn in NRW
Hessen und Bayern wollen Transrapid-Gelder

Nach dem Aus für den Transrapid in Nordrhein-Westfalen bahnt sich Streit über die dafür vorgesehenen Bundesgelder an. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) schlug am Sonntag eine Vorzeigestrecke vom Frankfurter Hauptbahnhof über den Rhein-Main-Flughafen zum deutschen Drehkreuz von Ryanair im Hunsrück vor.

HB/dpa FRANKFURT/MÜNCHEN. Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) dringt nach der NRW-Absage auf die Umsetzung des Projekts in München und forderte dafür mehr Geld vom Bund. In Düsseldorf will die Landesregierung das Geld für Investitionen im eigenen Land nutzen.

Stoiber hatte am Freitag die Finanzierungslücke für die 1,6 Mrd. teure Transrapid-Referenzstrecke zwischen Münchner Flughafen und Innenstadt auf 125 Mill. € beziffert. „Ich hoffe, dass wir die Mittel, die noch fehlen, vom Bund bekommen“, sagte er vor Beginn einer CSU-Präsidiumssitzung. Bisher hat Berlin 675 Mill. € Zuschuss versprochen, rund ein Drittel der Gesamtkosten.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) geht dagegen davon aus, dass die für sein Land eingeplanten Metrorapid-Mittel des Bundes nun für eine Express-S-Bahn verwendet werden können. Dafür habe er die Zusage von Bundeskanzler Gerhard Schröder und Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (beide SPD). Das Land sollte einen Zuschuss von 1,75 Mrd. € für die von Düsseldorf nach Dortmund geplante Magnetschwebebahn erhalten. Das Bundesverkehrsministerium erklärte, die Landesregierung „in ihrem Schritt unterstützen“ zu wollen. Die haushaltstechnische Umwidmung der Mittel werde aber nicht einfach.

Koch brachte dagegen den bisher gescheiterten Vorschlag einer Verbindung zwischen Frankfurt und dem rheinland-pfälzischen Flughafen Hahn erneut ins Spiel. Auf der mehr als 100 Kilometer langen Strecke sei ein hohes Verkehrsaufkommen zu erwarten, sagten Koch und sein Verkehrsminister Alois Rhiel (CDU). Das für den Metrorapid in NRW bestimmte Geld sollte ihrer Ansicht nach nicht für den S-Bahn-Bau im Ruhrgebiet und im Rheinland eingesetzt werden. Das Aus dürfe aber auch kein Anlass dafür sein, dass der Bund die Mittel kassiere. Es sei zudem nicht sinnvoll, den Anteil der Transrapidmittel des Bundes für das Projekt zwischen dem Münchner Flughafen und der Innenstadt zu erhöhen.

Am Flughafen Hahn, dem einzigen deutschen Drehkreuz der irischen Billigfluglinie Ryanair, können nach einem rasanten Ausbau jährlich fünf Mill. Passagiere abgefertigt werden. In diesem Jahr werden 2,3 Mill. Fluggäste auf dem seit zehn Jahren zivil genutzten ehemaligen US-Fliegerhorst erwartet, rund 800 000 mehr als 2002. Auch der rheinland-pfälzische FDP-Vorsitzende Rainer Brüderle und der Vorsitzende des SPD-Bezirks Hessen-Nord, Manfred Schaub, forderten die Bundesregierung auf, die Hochtechnologie zwischen den Flughäfen Frankfurt und Hahn einzusetzen.

„Der Transrapid braucht eine Chance in Deutschland“, so Koch. „Wir stehen bereit, wir sind in der Lage, das zu machen“, betonte der Ministerpräsident. Der weltweit bisher einzige Alltags-Transrapid ist ein Flughafen-Zubringer für die chinesische Metropole Schanghai. In Deutschland existiert lediglich eine Teststrecke in Niedersachsen.

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