Aus in Bochum: Politiker poltern gegen Nokia

Aus in Bochum
Politiker poltern gegen Nokia

Unnötig, unanständig und unmoralisch: Das geplante Aus des Nokia-Werkes in Bochum sorgt bei Politikern weiter für Entrüstung. Jetzt will sich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) zu Gesprächen mit der Geschäftsleitung treffen, um die Schließung doch noch zu verhindern. Falls nicht will er sein Geld – gezahlte Subventionen – zurück. Doch das gilt als äußerst schwierig.

lou/sig/HB DÜSSELDORF. Der Düsseldorfer Regierungschef setzt aber auch auf eine Reaktion der Verbraucher, wie er am Mittwochabend im „heute journal“ des ZDF sagte. SPD-Fraktionschef Peter Struck nannte in der „Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung“ das Vorgehen des finnischen Konzerns „unanständig“. Mit der geplanten Werksschließung dürfe sich die Bundesregierung nicht abfinden, wird Struck zitiert.

Der SPD-Politiker kündigte zwei Initiativen an. Zum einen will er prüfen lassen, ob der Staat die Subventionen von Nokia zurückverlangen darf. Zum anderen soll Finanzminister Peer Steinbrück in Brüssel auf einheitliche Maßstäbe dringen, „damit kein EU-Land das andere ausstechen kann“. Damit reagierte Struck auf Berichte, Nokia wolle die Produktion nach Osteuropa verlagern, um „frische“ Subventionen einzustreichen.

Rüttgers äußerte die Hoffnung, die Schließung in direkten Gesprächen mit der Geschäftsleitung des Nokia-Konzerns in Finnland noch verhindern zu können. Die Landesregierung, die Bochumer Oberbürgermeisterin, Vertreter der Landtagsparteien sowie der Betriebsrat wollten dafür in den kommenden Tagen eng zusammenarbeiten. Ziel sei es, der Geschäftsleitung Veränderungen für das Werk in Bochum vorzuschlagen, um das Niveau der Herstellungskosten auf das in Ungarn übliche Maß zu senken. Dafür seien Veränderungen im Betrieb, bei der Produktion und bei der Arbeitsweise der Mitarbeiter notwendig. „Bisher hat es keinen nachvollziehbaren Grund gegeben, warum diese Schließung erforderlich ist“, sagte Rüttgers. Die Löhne machten nach Angaben von Nokia gerade einmal 5 Prozent der Kosten eines Mobiltelefons aus, so der Düsseldorfer Regierungschef.

Die geplante Werksschließung habe auch politische Auswirkungen auf das Image des finnischen Konzerns. Schließlich wolle dieser auch in Deutschland weiter Handys verkaufen. Und die deutschen Verbraucher solle man nicht unterschätzen. Sie wüssten, wie man mit Menschen nicht umgehen solle. Man müsse sich „ein Stück wehren“.

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