Aus keinem Tarifbezirk wurden Fortschritte gemeldet
Tarifverhandlungen der Metaller auf Januar vertagt

Schon nach wenigen Stunden wurde die laufende Metall-Tarifrunde auf Anfang nächsten Jahres vertagt. IG-Metall-Chef Jürgen Peters (im Bild rechts) sprach sich in diesem Zusammenhang erneut gegen die Forderungen der Arbeitgeber nach einer Erhöhung der Arbeitszeit aus.

HB BERLIN. Die Tarifverhandlungen für die deutsche Metall- und Elektroindustrie werden erst nach der Weihnachtspause richtig Schwung bekommen. Von der Küste über Erfurt bis München wurden die Verhandlungen am Dienstag nach wenigen Stunden auf den Januar vertagt. Aus keinem Tarifbezirk wurden Fortschritte gemeldet. Umstritten blieben vor allem die Forderung der Arbeitgeber nach Verlängerung der Wochenarbeitszeit und die Forderung der Gewerkschaft nach 4 Prozent mehr Lohn und Gehalt.

Die Arbeitgeber wollen in den Betrieben Arbeitszeitvereinbarungen zwischen 35 und 40 Stunden ermöglichen. „Unser Vorschlag ist der einzige Weg, den Abbau von Arbeitsplätzen zu stoppen, ohne den Mitarbeitern ans Portemonnaie zu gehen“, sagte der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Martin Kannegiesser (im Bild links), in Berlin. Keiner müsse deswegen kürzer treten.

Für die IG Metall ist dagegen jede Verlängerung der Arbeitszeit gleichbedeutend mit der Gefährdung Tausender Arbeitsplätze. „Die 40- Stunden-Woche ist ein Job-Killer“, sagte in Hannover der dortige Verhandlungsführer Hartmut Meine. Eine Lohnerhöhung um 4 Prozent werde dagegen den erwarteten Aufschwung stützen.

Fünf Stunden kostenlose Mehrarbeit würden „rund 13 Prozent Lohnsenkung“ bedeuten, sagte IG-Metall-Chef Jürgen Peters am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“. „Da kommt Freude auf. Das wird eine spannende Runde.“ Die Arbeitnehmer nähmen das nicht einfach hin, sondern würden eine „gebührende Antwort“ finden.

Im Deutschlandfunk gab er sich ein wenig versöhnlicher: „Wir sind bereit, was die Arbeitszeit angeht, noch flexibler zu sein.“ Dabei könne sich die IG Metall Schwankungen in einer Bandbreite zwischen 30 und 40 Wochenstunden vorstellen. Mehrarbeit solle auf Arbeitszeitkonten angesammelt und über einen bestimmten Zeitraum ausgeglichen werden. Damit würde das Arbeitszeitvolumen unverändert bleiben.

Die Gewerkschaftsforderung nach 4 Prozent mehr Lohn und Gehalt verteidigte Peters: „Wir lassen doch die Löhne nicht runterregulieren. Wir sind ein Hochpreisland, also brauchen wir auch hohe Löhne, um den Lebensstandard einigermaßen abzufangen.“

Die Verhandlungen in Hannover wurden nach knapp zwei Stunden auf den 12. und 27. Januar - einen Tag vor Ende der Friedenspflicht - vertagt. In Bayern und in Thüringen sollen die Tarifverhandlungen jeweils am 14. Januar fortgesetzt werden, im Bereich Küste am 27. Januar. Überall wandten sich die Arbeitgeber gegen eine reine Lohnrunde und forderten die Erweiterung der Spielräume für betriebliche Arbeitszeitregelungen. In Thüringen nannten die Arbeitgeber nach Gewerkschaftsangaben eine Größenordnung von 1,4 Prozent Lohnerhöhung als maximal vorstellbar.

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