Ausbau der Ökoenergie erfordert Milliardeninvestition in Leitungsnetze
Strombranche streitet über Windkraft

Parallel zur aktuellen Strompreisdiskussion verstärkt sich der Streit um die Kosten des staatlich geförderten Ausbaus der Windenergie: Erste Ergebnisse einer von der bundeseigenen Deutschen Energie-Agentur (Dena) in Auftrag gegebenen Windkraft-Studie deuteten auf einen dramatischen Bedarf an Investitionen in das Stromnetz hin, hieß es am Montag aus Kreisen der Energiebranche.

BERLIN. Bis 2020 würden sie sich auf über 18 Mrd. Euro summieren. Die Dena und die Windkraftbranche wiesen die Zahlen zurück. Rückschlüsse auf die endgültige Studie seien derzeit nicht möglich.

Nach einem ersten Entwurf des Abschlussberichts wird damit gerechnet, dass sich die installierte Windenergieleistung bis zum Jahr 2010 auf 30 000 Megawatt (MW) verdoppelt. Bis 2020 sei von einem weiteren Anstieg auf 48 000 MW auszugehen. Grundlage des Szenarios ist die erklärte Absicht der Bundesregierung, den Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch in Deutschland von bisher rund acht Prozent bis zum Jahr 2020 auf 20 Prozent zu steigern.

Da Windkraft anders als Strom aus Kohle oder Kernenergie starken Schwankungen unterliegt, stellt ihr Ausbau neue Anforderungen an das Stromnetz. Allein um die Transportsicherheit zu gewährleisten, seien daher bis 2020 Investitionen von mehr als vier Mrd. Euro in das Höchstspannungsnetz nötig, heißt es. Den größten Kostenblock macht jedoch der Anschluss neuer großer „Offshore“-Windparks aus, die künftig vor den Küsten von Nord- und Ostsee entstehen sollen und auf die in 15 Jahren mehr als 40 Prozent der gesamten Windkraftleistung entfallen sollen: Zum Abtransport der dort anfallenden Energie werden Netzinvestitionen von insgesamt mehr als 14 Mrd. Euro veranschlagt.

Die Dena-Studie wird in der Branche mit großer Spannung erwartet. Sie soll die Perspektiven der Windkraft in Deutschland aufzeigen und insbesondere klären, wie sie in das Stromnetz integriert werden kann. Das Thema ist brisant. Denn die großen Energiekonzerne verweisen seit Jahren auf die hohen Kosten, die auf den Strompreis umgelegt werden müssten. Branchenkenner schätzen, dass sich die zusätzlichen Milliardeninvestitionen durch den Windkraftausbau als zweistellige Prozentsteigerungen bei den Durchleitungsentgelten auf der Höchstspannungsebene niederschlagen könnten. Die Gesamtkosten für die Stromdurchleitung belaufen sich derzeit auf rund 20 Mrd. Euro pro Jahr. Schon die aktuellen Strompreiserhöhungen, die in der Öffentlichkeit auf scharfe Kritik gestoßen sind, erklären die Konzerne zum Teil mit Belastungen aus der Förderung der Erneuerbaren Energien.

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