Ausbildung
„Frühzeitig die Eltern ansprechen“

Hans-Peter Klös ist Geschäftsführer beim Institut der Deutschen Wirtschaft und Experte für Bildungs- und Ausbildungsfragen. Der Experte über die Probleme am Ausbildungsmarkt - und warum Unternehmen in Zukunft auch Kandidaten in Augenschein nehmen müssen, die sie bislang noch nicht berücksichtigt haben.
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Handelsblatt: Was ist die größte Herausforderung für den neuen Ausbildungspakt?

Hans-Peter Klös: In der erwerbsfähigen Bevölkerung ohne Migrationshintergrund haben zehn Prozent keinen Berufsabschluss – unter den Migranten sind es 37 Prozent. Ähnlich sieht es bei der Ausbildungsbeteiligung aus: Von den Nicht-Migranten machen 68 Prozent zunächst eine Lehre, bei den Migranten ist der Anteil mit 32 Prozent nicht einmal halb so groß. Hier klafft noch eine große Lücke, hier müssen wir ran.

Viele Migranten sind desinteressiert?

Wenn das so stimmen sollte, müssen die Paktpartner frühzeitig auch die Eltern ansprechen: Sie sind die entscheidenden Motivatoren für die Bildung ihrer Kinder. Deshalb ist es hervorragend, dass nun auch die Kultusminister und die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung mit im Boot sind.

Mancher Arbeitgeber stellt lieber urdeutsche als türkische Lehrlinge ein.

Ich bin sicher: Aufgrund der neuen Angebot-Nachfrage-Relationen werden sie künftig auch Kandidaten in Augenschein nehmen, die sie bisher bei der Auswahl vielleicht noch nicht berücksichtigt haben.

Die Kultusminister setzen zunehmend auf Berufsorientierung in den Schulen ...

Das ist der richtige Weg, er muss aber noch ausgebaut werden. NRW etwa ist hier schon sehr weit. Wichtig wäre auch, dass die Berufsorientierung von Anfang an interkulturell konzipiert wird, also Sprachen und kulturelle Unterschiede konstruktiv integriert werden.

Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin

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