Ausbildungskosten

Schäuble bangt um Milliarden-Ausfälle

Studenten sollen ihre Ausbildungskosten von der Steuer absetzen können, sagt der Bundesfinanzhof. Finanzminister Wolfgang Schäuble will das verhindern.
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Studenten sollen ihre Ausbildungskosten von der Steuer absetzen können, sagt der Bundesfinanzhof. Finanzminister Schäuble will das verhindern. Quelle: Reuters

Studenten sollen ihre Ausbildungskosten von der Steuer absetzen können, sagt der Bundesfinanzhof. Finanzminister Schäuble will das verhindern.

(Foto: Reuters)

BerlinNach dem Urteil des Bundesfinanzhofes zur Absetzbarkeit von Ausbildungskosten will Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble das Einkommensteuergesetz ändern. Nötig sei eine klare Regelung, ohne die eine Abgrenzung von den anrechenbaren Kosten sehr schwierig sei, sagte der CDU-Politiker der „Welt am Sonntag“. „Wir brauchen eine klare Linie. Als ich Steuerrecht gelernt habe, war klar, dass die Erstausbildung nicht als Werbungskosten oder Sonderausgabe anerkannt wird.“

Das Finanzministerium will nach den Worten Schäubles einen sogenannten Nichtanwendungserlass vermeiden. Damit könnte das Ministerium die Finanzämter anweisen, das Urteil des höchsten deutschen Finanzgerichts - außer für die Kläger - zu ignorieren. Das Gericht hatte der Praxis widersprochen, wonach die Kosten für die Erstausbildung oder ein Erststudium nicht mit späteren Steuerzahlungen verrechnet

werden können. Einem „Spiegel“-Bericht zufolge rechnet das Bundesfinanzministerium mit Steuerausfällen von rund einer Milliarde Euro. Wie das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf Ministeriumskreise weiter berichtete, soll die Anwendung der Urteile zwar nicht mit dem Erlass unterbunden werden. Der Richterspruch solle von den Behörden aber sehr restriktiv ausgelegt werden, um den Schaden für die öffentlichen Kassen in engen Grenzen zu halten.

  • dpa
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15 Kommentare zu "Ausbildungskosten: Schäuble bangt um Milliarden-Ausfälle"

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  • Entschuldigung, aber ist es nicht diskriminierend, wenn Auszubildende/Betriebe Steuern zahlen und Studenten bekommen ihre höhere und teurere Ausbildung um sonst?
    Alles was nicht zur sogenannten Pflichtschulzeit gehört darf auch was kosten. Andernfalls wird man für die fehlenden Fähigkeiten auch noch früher besteuert.

  • Also Steuersünder aus der Schweiz wurden ganz milde behandelt - blöß nicht ärgern und auch ganz wenig Steuer bezahlen lassen. Dagegen eine Rechtkonforme Entscheidung des Gerichtes wenn es um steuerliche Berücksichtigung der Ausbildungskosten geht soll ingnoriert werden, weil zu wenig Steuergelder zur Verfügung steht. Das wiederspricht jeglichem Gerechtigkeitssinn !

  • Mit ein wenig gesundem Menschverstand war § 9 EStG schon immer so auslegbar. Der BFH hat sich der Sache leider viel zu spät angenommen.Wenn dieser Finanzminister das Gesetz und das Urteil des BFH nicht akzeptieren will (sondern das Gesetz umschreiben), dann sollte er sich nicht wundern, wenn andere Menschen das EStG auch nicht ernst nehmen. Damit erodiert die Demokratie.

  • Man muß natürlich genau hinschauen.
    Wir müssen wieder dahin kommen wie es mal war. Ein Lehrling wohnt zu Hause, bekommt sein Lehrlingsentgeld und z. T. noch Kindergeld.
    Die Ausbildung kostet somit nichts.
    Der Steurzahlr muß ihm nicht ene Wohnung finanzieren.
    Bei einem Studenten sieht das nun ganz anders aus.
    Wer z. B. kein Bafög bekommt, muß alles selbst tragen, d. h. die Eltern
    Da muß man aber genau hinsehen, was setzen schon die Eltern steurlich ab weil sie ihrem Sohn/Tochter Geld fürs Studium geben.
    Was verdient der Student nebenher?
    Diese ganze Klarheit muß erst einmal her.
    Und ja, zusätzliche Ausbildungskosten müssen absetzbar sein. Bildung ist wichtig, dachte ich immer, wenn ich diese Merkel höre.
    Sie macht doch auch laufend Bildungsgipfel.
    Aber wir müssen das naütlich auch begreifen, Merkel und Schäuble können kein Geld für Deutsche locker machen, sie brauches es, um das gesamte Ausland damit zu beglücken.
    Entwicklungshilfe, der größte Nonsens, Euro-Rettung, Duchfüttern von Millionen Unterschicht-Zuwanderern.
    Also liee Letue begreift es endlich, für uns Scheiß-Deutsche ist nun mal kein Geld da.
    Ich bin gespannt, wann uns der ganze Laden um die Ohnen fleigt.

  • Was Herr Schäuble hier wieder anstrebt, empfinden wirklich als einen Schlag ins Gesicht unserer Generation. Wir fragen usn wirklich, was wichtiger ist, unsere ausbildung, oder das schwarze Loch in den Dolche-Vita Staaten.

    Inzwischen kommen schon Zweifel, wer diese Regierung wirklich bezahlt. Wir haben sie zwar gewählt, aber uns beschneiden sie und die Griechen beschenken sie.

  • Endlich hat man sich beim BFH den § 9 EStG genau angesehen und das ist gut so, nur leider viel zu spät.
    Schäuble wird jetzt erst einmal mit einem Nichtanwendungserlass reagieren. Er braucht das Geld nämlich dringen zur Finanzierung der Mafiosis aus dem Knoblauchgürtel, damit die noch weiter ihre Goldbeständer (Griechenland) auf- und ausbauen können.

  • hunderte von milliarden ans Ausland verschenkt!! Kein Problem fuer die Bundesregierung.
    ALLES was in der deutschen Sprache mit "Ausland" anfaengt, hat unlimitierte Unterstuetzung der Bundesregierung.
    .
    Der Deutsche kann nur noch eine Nazi-Keule vom Ausland erwarten wenn er nicht zahlt.

  • So lange sinnlos Steuergelder fuer 16 Landesparlamente und deren Vertretungen in Berlin und Bruessel verschleudert werden, sollte das doch wohl kein Thema sein!

  • Es ist ja immerhin fast schon positiv zu bewerten, das Schaeuble einen Nichtanwendungserlass vermeiden meochte, zu welchen Kosten, ist allerdings noch nicht raus. Vergessen sollte nicht sein, unter Steinbrueck wurden die hoechstinstanzlichen Urteile sehr viel haeufiger durch Nichtanwendungserlasse ausgehebelt. Zur zeit laufen viele Leute Steinbrueck als dem neuen Heilsbringer nach, unverstaendlich fuer mich. Er ist der Vater der Bankenrettung ohne dann die Finanzwirtschaft in die Pflicht zu nehmen. Schaeuble oder Steinbrueck, Pest oder Cholera.

    Ironie ist, der naechste Parteitag der CDU sll sich mit Bildung beschaeftigen, wahrscheinlich viel Geschwaetz, denn kosten darf Bildung nichts. Hier haette die CDU eine echte Chance, die Bildung als Gemeinschaftsaufgabe der Gesellschaft auch im Steuerrecht festzuschreiben, nur, der Euro und die Finanzwirtschaft und die maroden Banken sind wichtiger.

  • Wer von unserem Steuergeier etwas anderes erwartet hat, glaubt auch noch an Weihnachtsmann u. Osterhasen.

    Die Steuerschlupflöcher f. die Großkopferten werden natürlich nicht angetastet. Im Gegenteil: s. Steuerabkommen m. der Schweiz: da gibt es einen Ablaßhandel m. Strafamnestie f. Steuerhinterzieher.

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