Ausbildungsmarkt
Schwere Zeiten für Lehrlinge

Die Wirtschaftskrise schlägt mit Wucht auf den Ausbildungsmarkt ein. Um Kosten zu sparen, wollen laut einer Umfrage vor allem kleinere und mittlere Beriebe Lehrstellen streichen. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz setzt nun vor allem auf die Dax-Konzerne - und Rufe nach einem Schutzschirm für Ausbildungsplätze gibt es auch schon.

HB DÜSSELDORF/BERLIN. Jeder vierte Betrieb will angesichts der Wirtschaftskrise in diesem Jahr weniger Lehrlinge einstellen. Dazu zählen vor allem Klein- und Mittelbetriebe in export- und konsumabhängigen Branchen, dies ergab eine veröffentliche aktuelle Umfrage des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB).

Zugleich kündigten aber 22 Prozent der 1000 befragten Unternehmen an, sie wollten ihr Ausbildungsplatzangebot im Vergleich zum Vorjahr steigern. 32 Prozent der Unternehmen gaben an, ihr Engagement auf dem gleichen Niveau halten zu wollen - darunter viele Großunternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten. Weitere 20 Prozent konnten sich noch nicht entscheiden.

BIBB-Präsident Manfred Kremer befürchtet, dass ohne Gegensteuern des Staates die Zahl der neuen Lehrverträge in diesem Jahr um bis zu 50 000 sinken könnte. Im Vorjahr waren 616 000 neue Verträge registriert worden. Zugleich rechnet Kremer damit, dass wegen der rückläufigen Schulabgängerzahl die Zahl der Bewerber um etwa 30 000 abnehmen wird.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) appellierte unter Berufung auf die Umfrage im Bundestag an die Unternehmen, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Jugendliche auszubilden. Wer jetzt in der Krise keine Lehrstellen schaffe, dem fehlten beim Aufschwung die Fachkräfte, sagte Schavan in der Debatte über den jährlichen Berufsbildungsbericht der Bundesregierung. Fachkräftemangel dürfe nicht zur Wachstumsbremse werden.

Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) sagte, Wirtschaft und Politik müssten sich mit aller Kraft dafür engagieren, dass es auch in diesem Jahr über 600 000 neue Ausbildungsverträge gibt. Zugleich bot Scholz Unternehmen Hilfen an, wenn Mitarbeiter ohne Lehrabschluss nachträglich noch eine Ausbildung machen wollten.

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