Ausbildungspakt
Der Pakt, die Neuauflage und das Unbehagen

Trotz mancher Schwächen gilt der Ausbildungspakt der Wirtschaft als Erfolgsmodell; folgerichtig sollte er verlängert werden. Doch jetzt sorgt das Konsens-Thema für Unbehagen. Wie die Kontrahenten ringen, um den Koalitionsvertrag am Ende doch zu erfüllen.
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BERLIN. Der Ausbildungspakt der Wirtschaft ist trotz mancher Schwächen ein Erfolgsmodell. Immerhin hat er dazu geführt, dass seit seinem Start im Jahr 2003 die Zahl der Ausbildungsstellen um über zehn Prozent gestiegen ist, während die Zahl der Bewerber um neun Prozent sank. Da wundert es zunächst nicht, dass FDP und Union im Koalitionsvertrag verabredet haben, den eigentlich dieses Jahr auslaufenden Pakt zu verlängern. Sie wollen in Zukunft sogar die Gewerkschaften mit ins Boot holen.

Inzwischen macht sich allerdings im Kanzleramt Unbehagen über diese Entscheidung breit. Zwei Gründe gibt es dafür: Zum einen haben sich die Verhältnisse auf dem Ausbildungsmarkt grundlegend geändert. Suchten Schulabgänger in der Vergangenheit händeringend eine Lehrstelle, so ringen inzwischen Handwerksmeister und Betriebsleiter vor allem in ländlichen Regionen und in Ostdeutschland die Hände, weil sie keine geeigneten Bewerber finden. Selbst die Zahl der Altbewerber hat sich seit 2007 fast halbiert. Was nutzt es da noch, die Betriebe mit dem Pakt zu zwingen, alljährlich 60 000 neue Lehrstellen anzubieten?

Außerdem gestalten sich die Verhandlungen mit den Gewerkschaften schwierig. Heute sollen sich die Kontrahenten bei einem Treffen im Wirtschaftsministerium zusammenraufen. Der Koalitionsvertrag soll am Ende doch erfüllt werden.

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