Ausländische Fachkräfte: Gewerkschaften und Arbeitgeber werben für Zuwanderung

Ausländische Fachkräfte
Gewerkschaften und Arbeitgeber werben für Zuwanderung

Gewerkschaften und Arbeitgeber sind sich einig: Befürchtungen über massenhafte Zuwanderung in die Sozialsysteme sehen sie kritisch. Ausländische Fachkräfte sind in Deutschland willkommen und dringend benötigt.
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BerlinIn einem seltenen gemeinsamen Aufruf haben Gewerkschaften und Arbeitgeber davor gewarnt, ausländische Fachkräfte durch das Schüren von Ressentiments gegen Zuwanderer abzuschrecken. In einer am Dienstag verbreiteten Erklärung sprachen DGB-Chef Michael Sommer und Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer von „übertriebenen Befürchtungen über massenhafte Zuwanderung in die Sozialsysteme“. Damit werde die Chance verpasst, gut qualifizierten Fachkräften zu signalisieren, dass sie in Deutschland willkommen seien und dringend benötigt würden.

Die Spitzen der Sozialpartner schalteten sich damit in die Zuwanderungsdebatte ein. Seit Jahresanfang haben Rumänen und Bulgaren sieben Jahre nach ihrem EU-Beitritt freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Die CSU brachte das Thema eines Sozialmissbrauchs durch Zuwanderer auf, während einige Großstädte bereits seit einem Jahr darüber klagen, dass sich bei ihnen Probleme mit bedürftigen Zuwanderern ballen. Die Bundesregierung hat daher einen Staatssekretärsausschuss eingesetzt, der diesen Problemen nachgehen soll.

Sommer und Kramer forderten den Bund und die Länder auf, diesen Kommunen gezielt zu helfen. Das Recht, sich in einem anderen Land niederzulassen und eine Beschäftigung aufzunehmen, gehöre zu den Grundwerten der Europäischen Union (EU). Durch den demografischen Wandel sinke langfristig die Zahl der Arbeitskräfte in Deutschland. Daher sei es gleichermaßen notwendig, Menschen im Inland besser zu qualifizieren wie auch qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland eine Perspektive auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu eröffnen. Bürokratische Hindernisse für Zuwanderung müssten abgebaut werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ausländische Fachkräfte: Gewerkschaften und Arbeitgeber werben für Zuwanderung"

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  • Akademiker vereinigt Euch Teil 2

    Den Betroffenen bleibt indes nur übrig, sich außerhalb der etablierten Gewerkschaften selbst zu organisieren, bis die Funktionäre dort wieder richtig, das heißt im Sinne der deutschen Arbeitnehmerschaft sowie der vielen Arbeitslosen und Hartz 4 Empfänger, funktionieren. Ich selbst tue dies über die „Deutschlandweite Initiative Akademiker und Arbeitswelt“ (DIAA) was ich zumindest den Akademikern und Ingenieuren unter den Betroffenen auch empfehlen würde. Denn bei so einer offenen Kumpanei mit den Vertretern derjenigen, die in Deutschland und auch anderswo für Dumpinglöhne und katastrophale Bedingungen am Arbeitsmarkt sorgen, wird es endlich einmal Zeit, außerhalb der gewachsenen Strukturen dagegen aktiv zu werden.

    Fangen wir also gemeinsam an!

    In diesem Sinne

    Dr. Jens Romba

  • Akademiker vereinigt Euch Teil 1

    Lange, bevor ich lediglich als Hartz 4 Empfänger oder Aufstocker im Range eines promovierten Diplom-Chemikers dahinvegetierte, habe ich nach meinem Vordiplom ein Jahr als Austauschstudent in Calgary in Kanada verbracht. Die University of Calgary war damals an einem Außenposten in British Columbia beteiligt. Auf diesem wollte ich einen Ferienjob annehmen. Man verweigerte mir dies mit der Begründung, ich könnte damit ja einem Kanadier einen Job wegnehmen. Ich bot daraufhin an, in diesem Job umsonst zu arbeiten. Aber auch dies wurde mit der Begründung abgelehnt, ich könnte damit einem Kanadier einen Job wegnehmen, der für diesen bezahlt werden könnte. Man machte mich sogar darauf aufmerksam, daß Schwarzarbeit, egal ob mit oder ohne Verdienst, mit der sofortigen Ausweisung beantwortet würde.

    Nun ist Kanada keine rekationäre faschistische Volksrepublik, sondern ein demokratischer Rechtsstaat. Und, wie ich aus eigener Anschauung bezeugen kann, läßt sich dort die Mehrzahl der Leute schwerlich in die rechte Ecke drängen. Warum also kann dann nicht auch in einem deutschen Rechtsstaat mit gutem Gewissen gesagt werden: Deutsche Arbeitsplätze den Deutschen zuerst! Damit können ja auch viele Deutsche Staatsbürger mit Migrationshintergrund gemeint sein.

    Wenn aber hochqualifizierte Deutsche wie ich keine adäquate Beschäftigung bekommen und wenn weitere Deutsche mit Migrationshintergrund wegen Ihres ausländisch klingenden Namens Probleme bei der Jobsuche haben, grenzt es an Hochverrat an diesen Arbeitnehmern, wenn die Gewerkschaften sich weiter für Zuwanderung einsetzen. Solche Leute müßten sofort von Ihren Ämtern bei den Gewerkschaften enthoben werden, damit sich diese als Hartz 4 Empfänger einmal die richtigen Gedanken über Ihr völlig haltloses Gelaber machen können.

    Weiter Teil 2

  • Typisch für Handelsblatt-Artikel: Die Kommentatoren sind zu oft sachverständiger als die vom Handelsblatt eingesetzten Verfasser.

    „Gewerkschaften und Arbeitgeber sind sich einig: Befürchtungen über massenhafte Zuwanderung in die Sozialsysteme sehen sie kritisch.“ … „Sozialmissbrauch durch Zuwanderer sehen Arbeitgeberverband und Gewerkschaften kritisch.“ Ja, was denn nun?

    Dem Handelsblatt war hier offensichtlich nur die Beschädigung der Gewerkschaft wichtig, was ihm
    erkennbar an den Kommentaren auch gelungen ist.

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