Auslandseinsätze
Bundeswehrsoldaten erhalten Videobotschaften

Die in Auslandseinsätzen wie Afghanistan stationierten deutschen Soldaten erhalten in diesem Jahr neben der Weihnachts-Feldpost auch Videobotschaften aus der Heimat. Auf einer Website können Bürger Video- und Audio-Botschaften an die Soldaten hinterlassen. SPD und Linke fordern unterdessen eine Regierungserklärung zum Afghanistaneinsatz.
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HB BERLIN. Auf der Internetseite der Initiative "Angriff auf die Seele" können Bürger ihre Grüße hochladen und den Soldaten damit eine Freude machen, sagte Organisator und Hauptfeldwebel Frank Eggen. Auch der Wehrbeauftragte des Bundestags, Reinhold Robbe, wünscht den rund 7200 Frauen und Männern in Auslandseinsätzen auf diesem Wege frohe Weihnachten. "Ich bin in diesen Tagen mit meinen Gedanken bei Ihnen. Ich hoffe, dass die Feiertage ohne größere Ereignisse von statten gehen, dass sie keine Zwischenfälle zu beklagen haben", sagt Robbe.

Neben Videos könne man nach einer Registrierung aber auch Audiodateien, Fotos und Texte hochladen, betonte Eggen. Diese würden vor dem Freischalten von Mitgliedern der Initiative gesichtet. "Aus Sicherheitsgründen dürfen nicht alle Namen und Wohnorte bekannt gegeben werden", erklärte er. Neben den Weihnachtsgrüßen sind auch kurze Videos zu sehen, in denen beispielsweise die Feldpoststelle in Darmstadt vorgestellt wird. Sie beliefert alle Soldaten mit Briefen und Päckchen und leitet die Post aus dem Auslandseinsatz an die Angehörigen in Deutschland weiter.

SPD schickt Weihnachtsbrief

SPD-Chef Sigmar Gabriel und Fraktionschef Frank- Walter Steinmeier haben sich nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung in einem gemeinsamen Brief zu Weihnachten an die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan gewandt und ihnen Dank, Respekt und Anerkennung ausgesprochen. "Für uns steht fest, dass die Präsenz der Bundeswehr in Afghanistan zeitlich begrenzt sein muss. Deshalb haben wir bereits im Sommer einen Plan entwickelt, der den schrittweisen Abzug der internationalen Isaf-Truppen zum Ziel hat", zitiert die Zeitung am Mittwoch aus dem Schreiben.

Voraussetzung sei allerdings, dass die Afghanen selbst für die Sicherheit im Land garantieren könnten. Weiter heißt es: "Wir werden darauf drängen, dass die dafür notwendigen politischen Entscheidungen in Deutschland offen und transparent beraten werden, um sie in der Londoner Afghanistankonferenz einbringen zu können. Wir sind überzeugt davon, dass auch Sie, die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr einen Anspruch auf eine klare und nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage haben, um ihren Auftrag zu erfüllen."

SPD und Linke fordern Regierungserklärung zu Afghanistan

SPD und Linke fordern außerdem eine Regierungserklärung zur Afghanistan-Strategie. Der SPD-Außenpolitiker Rolf Mützenich sagte der "Rheinischen Post": "Angela Merkel sollte nicht zur Londoner Afghanistan-Konferenz fahren, ohne vorher vor dem Bundestag dargelegt zu haben nach welchen Kriterien und mit welchen Zielen sie in Afghanistan vorzugehen beabsichtigt." Die Konferenz findet Ende Januar statt. Der Linken-Außenpolitiker Stefan Liebich verlangte von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), "sehr zügig nach der Weihnachtspause" Einzelheiten ihrer Afghanistan-Strategie darzulegen. Dabei bezog er sich auf die neue Position Guttenbergs, der Gespräche mit gemäßigten Taliban nicht mehr grundsätzlich ablehnt. Es reiche nicht, dass die Regierung den Auswärtigen Ausschuss des Bundestags darüber informiere.

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