Auslandseinsatz
Von der Leyen zu Stippvisite im Nordirak

Ursula von der Leyen überrascht mit einem Besuch im Nordirak. Sie hat den Kurden weitere Unterstützung zugesagt. Die deutsche Waffenhilfe geht aber nur schleppend voran. Der Wehrbeauftragte schlägt Alarm.
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Leipzig/Berlin/ErbilDer Wehrbeauftragte des Bundestags, Hellmut Königshaus, hat die technischen Probleme bei der Bundeswehr kritisiert. Die Bundeswehr sei nicht hinreichend auf neue Herausforderungen wie die jüngsten Auslands-Einsätze vorbereitet, sagte Königshaus am Donnerstag im rbb-Inforadio. So mangele es an Ersatzteilen. Insbesondere in den Bereichen, in denen die Bundesregierung immer wieder Zusagen mache, wie etwa dem Lufttransport, sei ein „großer Belastungsfaktor“ erreicht, beklagte Königshaus.

Mängel an Fahrzeugen, Hubschraubern und Flugzeugen schränken die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr laut einer am Vortag bekanntgewordenen Liste teils stark ein. Jüngstes Beispiel ist der Fall der Bundeswehrausbilder, die in den Nordirak wollen. Sie starteten in der vergangenen Woche wegen eines Defekts ihres Flugzeugs verspätet mit einer Ersatzmaschine und sitzen nun seit Tagen in Bulgarien fest, weil auch diese kaputt ist.

Dieses Schicksal blieb der Bundesverteidigungsministerin erspart. Ursula von der Leyen (CDU) ist am Donnerstag zu einem Besuch im Irak aufgebrochen – und sicher eingetroffen. Von der Leyen landete am Vormittag auf dem Flughafen der Kurdenmetropole Erbil im Norden des Landes.

Sie hat den Kurden im Nordirak weitere Ausrüstungshilfe zugesagt. Kurden-Präsident Massud Barsani habe um zusätzliche Minensuchgeräte gebeten, da die Extremistenmiliz Islamischer Staat konsequent die von ihm eroberten Gebiete vermine, sagte die Ministerin am Donnerstag nach einem Treffen mit Barsani in Erbil.

Deutschland werde seine Unterstützung hier verstärken. Voraussetzung für eine Rückkehr der Flüchtlinge sei, dass die Minen aufgespürt und geräumt würden. Zugleich sicherte von der Leyen den Kurden eine langfristige Zusammenarbeit zu. Barsani bedankte sich für die deutschen Waffen, von denen eine erste Teillieferung in den nächsten Tagen in Erbil eintreffen soll. „Wir wissen, dass es keine leichte Entscheidung für Deutschland war“, sagte Barsani, der in olivfarbener Uniformjacke, rot-weißem Turban und einem traditionellen, um die Taille gebundenen Tuch auftrat.

Die kurdischen Peschmerga könnten mit schwereren Waffen aber besser gegen den IS kämpfen als mit den leichten Waffen, die sie bisher erhalten hätten. Barsani spielte damit auf die Panzerfäuste und Panzerabwehr-Raketen an, die Deutschland den Kurden zugesagt hat. „Die Peschmerga kämpfen nicht nur für sich selbst, sondern für die Welt“, sagte Barsani, da die Bedrohung durch den IS weit über die Region hinaus reiche.

In Erbil befinden sich schon seit August sechs Verbindungsoffiziere der Bundeswehr. Sie sollen dabei helfen, von Deutschland in den vergangenen Wochen geliefertes Militärmaterial wie Schutzwesten, Metallsuch- und Nachtsichtgeräte zu verteilen und die kurdischen Kämpfer in die Benutzung einzuweisen. Doch die Pannenserie bei der Reise von weiteren Bundeswehrsoldaten nach Erbil und beim Transport einer ersten Tranche der Ende August beschlossenen Waffenlieferungen von Deutschland in den Nordirak überschatten den Besuch der Ministerin.

Kommentare zu " Auslandseinsatz: Von der Leyen zu Stippvisite im Nordirak "

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  • Sie irren, Herr Müller.

    Vorneweg reitet Alice Schwarzer. So etwas furchteinflößendes haben die IS-Kämpfer noch nie gesehen!

  • Hoffentlich sind wir Pannen-Uschi bald los. Diese Frau ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten.

  • @Teito Klein

    Sie vergaßen:

    Das Gewehr G36: Ist weder zielsicher noch durchschlagsstark wegen des zu kleinen Kalibers.

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