Auslandsmessen
Wirtschaft will Staatshilfe gegen Exportflaute

Ausgerechnet in der Wirtschaftskrise droht die deutsche Exportindustrie ihren Auftritt im Ausland herunterfahren fahren zu müssen. Nach Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) steht in diesem Jahr kaum noch Geld für die Förderung von Firmenauftritten auf Auslandsmessen zur Verfügung.

BERLIN. Das könnte vor allem kleinere Firmen treffen. Denn bereits jetzt sei absehbar, dass die 38 Millionen Euro im Topf für die Förderung von Auslandsmessen nicht ausreichten, heißt es in einem Brief des BDI an das Bundeswirtschafts- und das Finanzministerium, der dem Handelsblatt vorliegt. Während das Wirtschaftsministerium rund 4,5 Millionen Euro zuschießen will, lehnt das Bundesfinanzministerium dies ab.

„Andere exportstarke Länder, zum Beispiel Italien und Frankreich, haben ihre Ausstellerunterstützung gerade wegen der Krise aufgestockt“, schreibt Arndt Kirchhoff, Vorsitzender des BDI/BDA-Mittelstandsausschusses, in einem Brief an Finanzstaatssekretär Karl Diller. Deshalb solle sich der Bund an der Unterdeckung des Etats für 2009 auf jeden Fall beteiligen. Die Wirtschaft werde selbst 2,5 Millionen. Euro übernehmen. Grund für die Überziehung des Etats sind nach Angaben des BDI gestiegene Standbaukosten sowie die Erhöhung der Flächenmieten. Auch der in diesem Jahr relativ hohe Dollarkurs wirke sich aus.

Verweigere die Bundesregierung die Hilfe, müssten im letzten Quartal 2009 mehrere geplante Gemeinschaftsmessebeteiligungen gestrichen werden. „Dies ist in der gegenwärtigen Konjunkturlage völlig kontraproduktiv und für die mittelständische Industrie Deutschlands inakzeptabel“, kritisiert Kirchhoff, der einen ähnlichen Brief auch an Wirtschaftsstaatssekretär Hartmut Schauerte geschickt hat. Gerade in einer Phase zurückgehender Exporte wegen der Weltwirtschaftskrise müsste deutsche Firmen international ihre „besondere Innovationskraft“ zeigen.

Kirchhoffs Angaben zufolge profitiert von der Messeförderung vor allem der deutsche Mittelstand, der sich oft an Gemeinschaftsständen auf Auslandsmessen beteiligt, weil eigene Messeauftritte für kleine Firmen zu teuer sind. „Mehr als 7 600 zumeist mittelständische Unternehmen konnten im Jahr 2008 unterstützt werden.“

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