Ausschreitungen
Autonome randalieren in Hamburg

Bei schweren Krawallen im Hamburger Schanzenviertel sind am Samstag 28 Polizisten verletzt hatten. Besucher eines Straßenfestes der linken Szene hatten die Beamten in stundenlangen Ausschreitungen mit Molotow-Cocktails, Flaschen und Steinen angegriffen. 67 Randalierer wurden festgenommen.

HB HAMBURG. Nach einem Straßenfest der linken Szene ist es in der Nacht zum Sonntag im Hamburger Schanzenviertel zu schweren Krawallen gekommen. Rund 1 000 Randalierer griffen Polizisten mit Knallkörpern, Steinen und Flaschen an und setzten Barrikaden in Brand. Die Beamten antworteten mit Schlagstock und Wasserwerfern. 28 Polizisten wurden nach offiziellen Angaben verletzt und 67 Personen wegen Brandstiftungen, Flaschen- und Steinwürfen und Sachbeschädigungen festgenommen. Weitere 18 Linke mussten in Gewahrsam.

Die Krawalle entwickelten sich nach dem alljährlichen Schanzenfest, einem unangemeldeten Anwohnerfest im Stadtteil Schanzenviertel in St. Pauli. Das Fest findet rund um die sogenannte Rote Flora statt, ein altes Revuetheater, das heute Heimat der linken autonomen Szene ist. Nachdem es schon früher nach dem Fest nachts Gewaltausbrüche gegeben hatte, hatte die Polizei vorsorglich 1 800 Beamte in der Nähe postiert.

Streifenwagen angezündet

Nachdem das Fest tagsüber friedlich verlaufen war, warfen Randalierer mit Einbruch der Dunkelheit Flaschen auf Polizisten. Dann wurden Mülleimer angezündet und die anrückenden Beamten mit Steinen beworfen und mit Signalmunition beschossen. Bei zwei Verdächtigen aus Berlin fand die Polizei einen Rucksack, in dem ein Brandsatz mit Zeitschaltuhr steckte. Gegen 22:30 Uhr am Samstag zündete ein Mann einen Streifenwagen vor dem Polizeirevier des Viertels an, der Täter wurde festgenommen. Die Krawalle endeten erst am frühen Sonntagmorgen.

Die Krawalle nach dem Schanzenfest sind jedes Jahr eine besondere Herausforderung für die Polizei, weil sich die linken Randalierer unter Hunderte Kneipengänger mischen: Das Schanzenviertel hat sich in den letzten Jahren zum zweitbeliebtesten Ausgeh-Bezirk der Stadt nach der Reeperbahn entwickelt. Viele Kneipenbesucher verfolgten die Zusammenstöße von den Bänken vor den Lokalen aus. Augenzeugen berichteten, auch Unbeteiligte seien Oper der Wasserwerfer und Schlagstöcke geworden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%