Außeminister ist nur noch auf Rang sechs
Fischer verliert nach Visa-Ausschuss an Popularität

Bei der Visa-Affäre hat der Auftritt von Bundesaußenminister Joschka Fischer vor dem Untersuchungsausschuss wenig an den bisherigen Einstellungen der Wähler geändert. Deutlichere Wirkung hat die Vernehmung des Grünen-Politikers allerdings auf sein persönliches Ansehen.

HB BERLIN. Nach dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer sackte der Grünen-Politker, der rund drei Jahre die Position des beliebtesten deutschen Politikers gehalten hatte, weiter auf Platz sechs ab. Vor zwei Wochen hatte Fischer noch Platz vier belegt. Populärster Politiker bleibt der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), gefolgt von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD). Bundeskanzler Gerhard Schröder konnte in der Beliebtheitsskala den dritten Platz behaupten. Vor Fischer liegen noch die CDU-Vorsitzende Angela Merkel und Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD).

Einen Rücktritt Fischers hält die Mehrheit der Befragten den Angaben zufolge nicht für erforderlich. 61 % waren gegen die aus der Union erhobene Rücktrittsforderung, 27 % stimmten zu, zwölf Prozent waren unentschlossen. Dass die Visa-Affäre den Grünen langfristig schaden werde, erwarteten laut Umfrage 38 %. 51 % stimmten dem nicht zu, weitere 11 % hatten sich keine Meinung gebildet. Selbst bei den Unions-Anhängern sehen nur 44 % die Grünen durch die Visa-Affäre langfristig beschädigt. Bei der Grünen-Wählerschaft glauben das 29 %.

Die Umfrage wurde von Dienstag bis Donnerstag erhoben. Fischer hatte am Montag über zwölf Stunden dem Ausschuss Rede und Antwort gestanden und dabei Verantwortung für Versäumnisse seines Ministeriums in der Visa-Affäre übernommen. SPD und Grüne, die auch mit Blick auf befürchtete Einbußen auf eine Aussage Fischers noch vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gedrängt hatten, erklärten daraufhin die Affäre aus ihrer Sicht für beendet. Die Union fordert hingegen weiterhin den Rücktritt des Ministers.

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