Aussetzen der Wehrpflicht
Hochschulen wollen Bewerber strenger Aussieben

Schon 2011 drohen Studienanfängern deutlich härtere Zulassungsbeschränkungen an deutschen Universitäten. Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) kündigte entsprechende Maßnahmen an, um dem erwarteten Ansturm von Erstsemestern Herr zu werden. Schuld daran ist das schleichende Ende der Wehrpflicht.
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HB HALLE. Die deutschen Universitäten könnten beim Aussetzen der Wehrpflicht 2011 ihre Zulassungsbeschränkungen verschärfen, wenn Bund und Länder sich nicht einigen, wer die Aufnahme der dann zusätzlichen Studienbewerber bezahlt. "Die Situation spitzt sich durch die Aussetzung der Wehrpflicht weiter zu", sagte die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel, der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Samstag).

"Der Hochschulpakt II ist schon jetzt viel zu gering bemessen. Nun kommen 2011 voraussichtlich etwa 30 000 bis 40 000 Anfänger zusätzlich dazu. Die Gelder für den Pakt müssen also unbedingt aufgestockt werden", sagte Wintermantel. "Die Alternative wäre ein weiterer Anstieg der Zulassungsbeschränkungen. Das können wir nicht wollen ­ weder im Sinn der Bewerberinnen und Bewerber noch im Sinne unserer Volkswirtschaft, die ganz wesentlich auf dem hohen Bildungsniveau der Beschäftigten fußt."

Derzeit gibt es nach Angaben der HRK 2,2 Millionen Studenten; jährlich fangen 440 000 neu an. Die Situation verschärft sich sowieso, weil ab 2011 in zahlreichen Ländern wegen der Einführung des Abiturs nach zwölf statt 13 Schuljahren doppelte Abiturjahrgänge an die Hochschulen strömen. Dies sind Bayern und Niedersachsen im nächsten Jahr, Baden-Württemberg und Brandenburg 2012 sowie Nordrhein- Westfalen und Hessen 2013. "Die nächsten drei Jahre werden richtig heftig", sagte eine Sprecherin Wintermantels.

Die Aufnahme von 40 000 zusätzlichen Bewerbern würde 260 Millionen Euro kosten. Die Länder fordern dafür Geld vom Bund. Doch Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) will nicht alles bezahlen. # dpa-Notizblock ## Redaktioneller Hinweis - Der Beitrag lag in redaktioneller Fassung vor.

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  • 260000000/40000 = 6500 EURO pro Jahr
    ich habe auch an einer deutschen Universität studiert und ich habe nicht gemerkt das ich so hohe Kosten verursacht habe.

    Kann mir jemand von euch die den Artikel lesen erklären warum pro Student 6500 Euro pro Jahr Kosten enstehen.

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