Ausstand des Personals: Hafenarbeiter sagen Brüssel den Kampf an

Ausstand des Personals
Hafenarbeiter sagen Brüssel den Kampf an

Tausende Arbeiter haben aus Protest gegen eine neue EU-Richtlinie am Mittwoch den Schiffsverkehr in deutschen Seehäfen lahm gelegt.

HB HAMBURG. Im Hamburger Hafen - dem zweitgrößten Europas - wollten Beschäftigte der Umschlagbetriebe am Mittag bei einer Kundgebung gegen einen Verlust ihrer Arbeitsplätze protestieren. Diese Befürchtung hat auch die Gewerkschaft Verdi, deren Vorsitzender Frank Bsirske zu den Arbeitern sprechen wollte. Am Nachmittag war ein Demonstrationszug durch die Hamburger Innenstadt geplant.

Mit der als „Port Package II“ bekannt gewordenen Richtlinie will die EU-Kommission das Hafengeschäft liberalisieren und für mehr Wettbewerb sorgen. Lotsendienste, Schleppdienste und das Löschen von Ladung sollen an zeitlich befristete Konzessionen gebunden werden.

Außerdem sollen Reedereien ihre Schiffe selbst be- und entladen dürfen, was bisher den in den Häfen ansässigen Unternehmen vorbehalten ist. Der Entwurf des „Port Package II“ steht am 16. Januar auf der Tagesordnung des Europäischen Parlamentes.

Mehrere hundert Beschäftigte der Hamburger Hafenbetriebe hatten bereits in der Nacht zum Mittwoch die Arbeit niedergelegt. Rund 600 Kollegen in Bremerhaven schlossen sich den Protesten an, wie Verdi mitteilte. Dort stockte demnach die Entladung von acht Containerschiffen und drei Autotransportern.

Insgesamt sollen sich europaweit 50 000 Arbeiter an den Aktionen beteiligen. In Rotterdam, dem größten Hafen Europas, beteiligten sich etwa 250 Arbeiter an einer Kundgebung des Gewerkschaftsverbands FNV Bondgenoten. Ein Sprecher der Arbeitnehmer sagte, die geplante Liberalisierung könne allenfalls zu einer geringen Kostensenkung führen, bringe aber zugleich eine geringe Qualität mit sich. Für die Arbeit in den Häfen würden erfahrene und ausgebildete Kräfte gebraucht.

Im Hamburger Hafen zogen am Vormittag Hunderte Arbeiter zur Kundgebung auf das Betriebsgelände der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) am Burchardkai. „Der Hamburger Hafen steht still“, sagte deren Betriebsratsvorsitzender Fred Timm.

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