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Ausstehende Verbindlichkeiten: Athen lässt deutsche Wirtschaft hängen

Deutsche Firmen mit ausstehenden Forderungen an Griechenland haben offenbar Gelder aus der geplanten Milliardenhilfe für das verschuldete Land für sich selbst beansprucht. Die Forderungen belaufen sich laut einem Zeitungsbericht auf mehr als eine Milliarde Euro.

Prominentestes Beispiel ist unter anderen der Mischkonzern ThyssenKrupp. Quelle: dpa
Prominentestes Beispiel ist unter anderen der Mischkonzern ThyssenKrupp. Quelle: dpa

DÜSSELDORF. Das berichtet die "Welt" unter Berufung auf Unternehmens- und Politikkreisen. Prominentestes Beispiel ist demnach der Mischkonzern ThyssenKrupp, der noch auf 320 Mio. Euro für die Lieferungen von U-Booten wartet. Beim Münchner Rüstungskonzern Krauss-Maffei-Wegmann (KMW) stünden 180 Mio. Euro offen.

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Aus Berliner Regierungskreisen will die Zeitung zudem erfahren haben, dass Krauss-Maffei-Wegmann und ThyssenKrupp die Bundesregierung aufgefordert haben sollen, die Milliardenkredite für Griechenland daran zu binden, dass zunächst die ausstehenden Verbindlichkeiten der Regierung an deutsche Konzerne beglichen werden. Diesen Vorschlag lehne Berlin jedoch kategorisch ab. "Ziel des Hilfspakets ist es, die Situation des Landes zu stabilisieren", sagte ein Regierungsvertreter dem Blatt. "Da geht es nicht, dass private Unternehmen ihr Risiko an den Staat weiterreichen." Selbstverständlich dränge Berlin aber die griechische Regierung, die Verbindlichkeiten zügig zu begleichen. Aber man könne diese Zahlungen nun nicht zur Bedingung für den Milliardenkredit machen.

Wie es in dem Zeitungsbericht weiter heißt, trifft die schlechte Zahlungsmoral der Griechen neben der Rüstungsbranche vor allem die Pharmaindustrie. Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck habe bereits rund 20 Prozent seiner offenen Forderungen gegenüber Athen abgeschrieben, schreibt das Blatt. "Wir haben dort Außenstände, weil die Krankenhäuser seit etwa vier Jahren nicht mehr zahlen", wird ein Unternehmenssprecher zitiert. Die Forderungen summieren sich demnach auf etwa 60 Mio. Euro. Auch Bayer, Boehringer und Fresenius warteten noch auf zweistellige Millionenbeträge, hieß es.

Die ThyssenKrupp-Tochter Hellenic Shipyards steht inzwischen offenbar vor der Pleite. Die griechische Regierung verweigere eine Bankbürgschaft über 20 Millionen Euro, die das Unternehmen dringend benötigt, um die seit März fälligen Löhne für die 1400 Mitarbeiter ausbezahlen zu können, schreibt die "Welt" in ihrer Online-Ausgabe. Der deutsche Mutterkonzern verweigere seit längerem jegliche Geldtransfers der deutschen Werfttochter "Howaldtswerke Deutsche Werft" (HDW).

Das Rettungspaket für Griechenland von Eurozone und IWF enthält nach Angaben von Vizefinanzminister Philippos Sachinidis zehn Mrd. Euro Unterstützung auch für griechische Banken, die von der für die kommenden drei Jahre erwarteten Rezession betroffen sein könnten. Das Geld werde für einen sogenannten Stabilisierungsfonds aus den insgesamt 110 Mrd. Euro an Notkrediten bereitgestellt, die Euro-Gruppe und Internationaler Währungsfonds (IWF) Griechenland am Sonntag zugesagt haben, erklärte Sachinidis im staatlichen Fernsehen. Die griechische Regierung kündigte im Gegenzug für die nächsten drei Jahre Sparmaßnahmen im Umfang von 30 Mrd. Euro an. Das Programm umfasst schmerzhafte Einschnitte für den Öffentlichen Dienst sowie deutliche Steuererhöhungen. Diese Maßnahmen könnten das Land in eine tiefe Rezession reißen.

Griechenland bekommt indessen weitere Unterstützung von der Europäischen Zentralbank. Die EZB kassierte am Montag überraschend eine Regel ein, nach der als Sicherheit für Ausleihungen an Banken der Euro-Zone nur Staatsanleihen mit einem befriedigenden Bonitätsbewertung angenommen werden. Die Mindestanforderung für bereits begebene und künftige griechische Staatsanleihen werde damit bis auf weiteres ausgesetzt, teilte die EZB in Frankfurt mit. Damit stellen weitere Rating-Herabstufungen griechischer Schuldtitel künftig kein Problem mehr dar, weil sie als Sicherheit weiter eingereicht werden können und die Banken des hoch verschuldeten Landes sich damit bei der EZB weiterhin refinanzieren können.

  • 04.05.2010, 19:16 UhrAnonymer Benutzer: Mariana Mayer

    Oh es trifft die Rüstung- und die Pharmaindustrie.

    Redet aber keiner davon, dass Deutschland sich nicht für die Opfer des 2 Weltkrieges wenigstens sich einmal einer "entschuldigt" hat.
    Stattdessen wieder einmal typisch deutsch, so wie ich es von bestimmt 60 % der bevölkerung kenne:

    beschimpfungen und beleidigungen gegen andere Völker, Sozialhilfeempfängerkinder, Kranke, etc...

  • 04.05.2010, 18:24 UhrAnonymer Benutzer: Helen

    ich wäre sehr dankbar wenn nicht immer von "die Griechen" gesprochen wird, sondern von "der griechischen Regierung". Man sollte den schwarzen Peter bitte dort lassen wo er auch hingehört, bei der griechischen Regierung bzw. die schwachen Nullen, die bisher an der Regierung waren und in ihrer Fetternwirtschaft versunken sind. Denn die ist diejenige, die durch die Mißwirtschaft pleite ist und gerne über ihre Schäflein im öffentlichen Dienst die Geldscheine regnen ließ. Die normalen Händler sind zuverlässig und auch zahlungsfähig. bisher habe ich noch keine beschwerden über sie gehört. Und die meisten bürger, außer beamte und Angestellten im öffentlichen Dienst, Gewerkschaften und Linke, stehen hinter den Maßnahmen. Die Regierung selber hätte nie so aufräumen können wie es der iwf und die eu gemeinsam gemacht haben.
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    Und was die bösen Finanzhaie angeht, sie haben nur das aufgedeckt und darauf reagiert, was die griechischen Regierungen seit 20 Jahren unter den Teppich schieben. Es ist deren Job das zu tun.
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    Die Griechen selber sind nicht pleite, die griechische Regierung ist es sehr wohl. Krauss-Maffei wusste das schon vor 1,5 Jahren, wenn sogar nicht länger.
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    Und was heißt schon, "die Schlitzohren in Griff bekommen"? Die Deutschen haben ihre "Schlitzohren" auch nicht im Griff. Die Deutschen füttern lebenslang 7,5 Millionen H4-Empfänger ohne die geringste Gegenleistung durch, Pensionen werden bezahlt, die sind fern von gut und böse, Gelder werden verschlampt, da wird einem schwindelig, in nutzlosen öffentlichen Projekten versickern jährlich Millionen. Keiner zeichnet dafür verantwortlich. Die Unsummen verpuffen einfach, weil die Quelle bisher üppig sprudelt, es interessiert keinen. Auch Deutschland kann nicht in aller Ewigkeit so vorgehen. Alles wird immer Kante auf Kante genäht und pausenlos werden Qualitätanforderungen hoch geschraubt. Obwohl man sich das gar nicht mehr leisten kann. Es ist ´ne Frage der Zeit bis auch in D die bombe hochgeht.
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  • 04.05.2010, 01:23 UhrAnonymer Benutzer: zu offensichlich

    @jan: eventuell wäre das zu offensichtlich und die Regelung gilt wahrscheinlich nicht für neue Anleihen. Hier sind also mal wieder unsere kreativen bangster gefragt:
    ein bisschen Swap, etwas Kredit, ein wenig CDO und noch ein Leervekauf dazu und fertig ist ein innovatives Finanzprodukt, mit dem man den Steuerzahler mal wieder über den Tisch ziehen kann. Frei nach Wilhelm busch: und ist der gute Ruf erst ruiniert, dann lebts sich völlig ungeniert.

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