Auszeichnung
Aigner ist „Dinosaurier des Jahres“

Der NABU bemängelt, die Agrarministerin betreibe eine „rückwärtsgewandte Klientelpolitik“. Das Ministerium nimmt es offenbar gelassen und kontert: Von ihm bekommt der Verband die „blinde Nuss des Jahres“.
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BerlinBundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) ist vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) zum „Dinosaurier des Jahres“ 2012 gekürt worden. Aigner erhalte den Negativpreis für ihre „rückwärtsgewandte Klientelpolitik“, die den Prinzipien einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Politikgestaltung widerspreche, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke am Donnerstag in Berlin. „Dies betrifft insbesondere ihr Festhalten an einer umweltschädlichen Agrarpolitik und ihr enttäuschendes Engagement für ein besseres Tierschutzgesetz.“ Hinzu kämen ihre Blockade bei der Neugestaltung eines umweltverträglicheren Jagdrechts sowie ihr fehlender Einsatz für eine nachhaltigere Fischereipolitik.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium wies die Kritik zurück. „Der NABU setzt auf billige PR-Gags und verschließt die Augen vor der Wirklichkeit“, betonte ein Ministeriumssprecher. Deshalb gehe die „blinde Nuss des Jahres“ an den Verband.

Deutschland habe die Modernisierung der Landwirtschaft entschlossen vorangetrieben und setze auf regional einheitliche Hektarprämien. Damit werde nicht länger die Produktion, sondern die nachhaltige Bewirtschaftung der Fläche bezuschusst. Weiter erläuterte der Sprecher, das Agrarministerium setze sich vehement dafür ein, die Fischbestände in den Weltmeeren als eine der wichtigsten Nahrungsquellen der Menschheit auch für kommende Generationen zu erhalten.

Aigner ist seit 2008 Bundesagrarministerin. Sie wird auf eigenen Wunsch zum Ende der Legislaturperiode aus dem Bundeskabinett ausscheiden. Die CSU-Politikerin strebt bei der Bayern-Wahl im September 2013 ein Mandat im Landtag an.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hatte die 47-Jährige in der Zeitung „Die Welt“ zuvor als die Nachfolgerin für den bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chef Horst Seehofer ins Spiel gebracht. „Sie hätte hervorragende Voraussetzungen für das Amt der Parteivorsitzenden und Ministerpräsidentin“, sagte Ramsauer. Aigner bringe alles mit, „was man sich an Anforderungen für das Aufgabenprofil vorstellt“.

 
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Auszeichnung: Aigner ist „Dinosaurier des Jahres“"

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  • Brüssel kommt später. Ist schon auffällig, knapp 5 Jahre in Berlin, also volle Versorgungsansprüche, dann werden 4-5 Jahre im Landtag folgen - das wird nicht gegeneinander verrechnet, dann noch schwupps nach Brüssel und sich final noch fette Pfründe sichern und von den Lobbyisten stopfen lassen. Vermutlich hat sie viele Tipps von Frau Esther Silvana Koch-Mehrin.

  • Ich empfinde den Benennung eines Preises mit dem Titel "Dinosaurier des Jahres" als eine Herabwürdigung der erfolgreichstenen Tiergruppe des Erdmittelalters! Die Dinos haben die Meßlatte mit 200 Mio Jahren hochgelegt - Politiker treten stets nur für 4 Jahre an.

  • Frau Aigner ist ein hervorragender Grund sich bei der nächsten Wahl ein paar Gedanken zu machen, wo man sein Kreuzchen setzt bevor man wieder für weitere 4 Jahre politisch entmündigt ist.

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