Deutschland

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Auszug aus seiner Rede: Köhler: Habe Lage frühzeitig angekündigt

Der neue Bundespräsident Horst Köhler hat schon vor seiner Wahl und bei seiner Antrittsrede vor der Bundesversammlung deutlich gemacht, dass er unbequeme Themen nicht umgehen sondern offen ansprechen will. Das Handelsblatt dokumentiert Passagen aus seiner Rede vom 23. Mai 2004.

HB BERLIN. Schon frühzeitig hat Bundespräsident Horst Köhler die Lage in Deutschland zum Inhalt in seinen Reden gemacht. Das Handelblatt dokumentiert Auszüge.

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„(...) Tatsächlich halte ich eine grundlegende Erneuerung unseres Landes für notwendig und überfällig. Und als gelernter Ökonom, das werde ich auch weiterhin nicht verstecken, kann ich Ihnen die Feststellung nicht ersparen, dass ich mir Sorgen um den Zustand der deutschen Wirtschaft, die Arbeitsplätze und die soziale Sicherheit in unserem Lande mache. (...)

(...) Ja, ich werde in meinem Amt zu mehr Entschlossenheit, Tatkraft und auf Stetigkeit bei wirtschafts- und sozialpolitischen Reformen drängen. (...) Deutschland ist mir zu langsam auf seinem Weg in die Wissensgesellschaft. (...)“

Im „Spiegel“-Interview (Ausgabe vom 8. März) umschrieb Köhler seinen Willen, sich als Bundespräsident in aktuelle Fragen und die Reformdebatte einzumische, folgendermaßen:

„(...) Aber sicherlich wird es mein Interesse sein herauszufinden, wie ich im Rahmen des Verfassungsmandats zu den für mich wichtigen Fragen Rat geben kann und eine Stimme haben werde. Konsens anzustreben ist nicht schlecht. Konsenssuche wird erst dann zur Hypothek, wenn sie zu Entscheidungen führt, die nicht tief genug gehen oder nicht schnell genug erfolgen. (...)

(...) Ich würde aber auch vom Abgleiten in Pessimismus abraten. Wir müssen die Leute ermutigen, Risiken einzugehen und auf Veränderungen positiv zu reagieren. Die Veränderungen müssen vorbereitet werden, sie müssen erklärt werden. Ich will Reden halten, die auch konkreten Praxisbezug haben. Ich will auch die Spannungen zwischen den guten Absichten und dem Leben spüren. Ich will helfen, konkrete Antworten auf die großen Fragen zu finden. (...)“

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