Autobiografie
Politik in Schwarz und Weiß

Für Kurt Beck brach vor zehn Tagen all das zusammen, was er sich erträumt hatte: eine Karriere als SPD-Parteivorsitzender, die Kanzlerschaft sowie der Zeitplan für die Präsentation seiner Autobiografie. Diese kommt nun doch wie geplant in den Handel – erweitert um ein Kapitel.

BERLIN. Der Pulverdampf zog nach dem Chaos-Sonntag vom Schwielowsee nicht nur über die SPD, sondern auch über den Pendo Verlag, der eigentlich Ende September das Beck-Buch „Ein Sozialdemokrat“ veröffentlichen wollte. „Würde es jetzt noch erscheinen?“ fragten sich viele im politischen Berlin.

Seit gestern steht fest: Der Titel kommt wie geplant am 30. September in den Handel. Beck hat in den letzten Tagen noch schnell ein Kapitel zu jenem Sonntag, an dem er hinwarf, angefügt. Er finde „deutliche Worte“, kündigt Co-Autorin Martina Fietz an.

Doch das Drehbuch für die PR-Maschine ist ein anderes: Kurt Beck wird das Buch nicht mehr mit Gerhard Schröder in der SPD-Parteizentrale präsentieren. Angesichts der Ereignisse zieht der rheinland-pfälzische Ministerpräsident seine Landesvertretung in Berlin vor. Wer das Buch statt Schröder präsentiert, stand gestern noch nicht fest. Die Wunden sind noch zu frisch.

Auch wenn weder Schröder noch Becks Nachfolger Franz Müntefering lobhudeln werden: Die SPD-Granden verbindet zumindest noch ein Detail – das Aussehen ihrer Buchtitel. Becks Werk kommt wie das Buch von Schröder (2006) mit einem Porträtfoto in Schwarz-Weiß daher. Es trägt den Autornamen in Weiß und den Titel in Rot. Bei Müntefering wird es Mitte Oktober nicht anders sein. Und das, obwohl unterschiedliche Verlage die Bücher herausgeben.

Erklären wollen es die Verlage nicht. Gab es Absprachen, ein Kartell, steuert die SPD alles? Nein, Verkaufsargumente gaben wohl den Ausschlag und Eitelkeiten der Autoren.

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