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12.06.2008  | Aktualisiert 24.06.2008, 13:15 Uhr 
Dienstwagenprivilegien

Autobranche attackiert Dienstwagenpläne

Die Automobilbranche hat gegen den Vorstoß in der SPD protestiert, im Zuge der Umgestaltung der Pendlerpauschale die Steuerprivilegien für Dienstwagen zu stutzen. BMW fürchtet Belastungen für den „Autostandort Deutschland“. Auch der Verband der Automobilindustrie (VDA) lehnt eine Verschärfung der steuerlichen Regelungen für Firmenwagen „entschieden“ ab.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Dienstwagen. Foto: dpaLupe

Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Dienstwagen. Foto: dpa

mcs/fgh DÜSSELDORF. „Der Firmenkundenmarkt ist der einzige noch stabile Teil des deutschen Automarktes. Das ist für uns eine Domäne. Solche Debatten verunsichern und belasten den Autostandort Deutschland“, sagt ein BMW-Sprecher. Allein die Spritpreise belasteten schon die Gesamtkosten der Firmenkunden. Audi wollte sich zu dem Thema auf Anfrage nicht äußern.

Auslöser des Protests sind Pläne innerhalb der SPD, zu Gunsten von Berufspendlern die umstrittenen Steuerprivilegien für Dienstwagen zu kappen. Durch die Umgestaltung der Pendlerpauschale könnte der Staat pro Jahr bis zu 4,5 Milliarden Euro mehr Steuern einnehmen. Schon im Jahr 2002 hatten Regierungspläne zur Besteuerung für die private Nutzung von Dienstwagen nach Angaben der Branche dem Dienstwagenmarkt ein ziemlich Minus beschert. Das Konzept war damals nach Protesten der Hersteller nicht umgesetzt worden.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) lehnt eine Verschärfung der steuerlichen Regelungen für Firmenwagen entschieden ab. Das gelte sowohl für Versuche, die steuerliche Abzugsfähigkeit der Firmenwagenkosten vom CO2-Ausstoß oder vom Kraftstoffverbrauch des Fahrzeugs abhängig zu machen als auch für Überlegungen, den Vorsteuerabzug zu begrenzen. „Die Kosten eines Firmenwagens sind ebenso Betriebsausgaben wie die Anschaffung eines neuen Schreibtisches für einen Mitarbeiter“, sagte VDA-Geschäftsführer Klaus Bräunig.

Dieser im Steuerrecht eindeutig vertretene Sachverhalt sei für eine verteilungs- oder umweltpolitische Diskussion völlig ungeeignet. Der Abzug von Betriebsausgaben stelle keine Steuervergünstigung dar. Betriebsausgaben seien Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind – dazu gehörten auch die Kosten eines Firmenwagens.

Die deutschen Automobilbauer wären von einer Kappung der Privilegien stark betoffen. „Wenn man die deutschen Autobauer bestrafen will, dann schränkt man die Steuerprivilegien für Dienstwagen ein“, sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer, Chef des Car Instituts der FH Gelsenkirchen. „Das tut Audi, BMW und Daimler richtig weh, weil ein großer Teil ihres Ertrages und des Volumens aus den typischen Dienstwagenmodellen stammt.“ Betroffen wären vor allem Audi A6 und A4, 5er und 3er BMW, E- und C-Klasse von Mercedes. Von den hierzulande zugelassenen Dienstwagen stammen mehr als 80 Prozent von den deutschen Herstellern. Genaue Zahlen hat nur das Finanzministerium.

Der Verkauf von Dienstwagen macht einen großen Teil des Deutschland-Absatzes der heimischen Premiumhersteller aus. Im Jahr 2007 waren es bei Audi, BMW und Mercedes zusammen genommen 323 670 Autos, so eine Berechnung des Car-Instituts der FH Gelsenkirchen. Das entspricht 28 Prozent ihres Absatzes hierzulande. Und die Bedeutung des Dienstwagenverkaufes wächst.

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